logo
logo
Der sanfte Betrug des iPad Pro - Mac-TV.de
Zurück   Mac-TV.de > Rund um Apple und Technik > iPad
Registrieren Hilfe Suchen Heutige Beiträge Alle Foren als gelesen markieren

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
  #1  
Alt 22.01.2022, 03:34
Jörn Jörn ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 9.555
Der sanfte Betrug des iPad Pro

Warum hat das iPad Pro einen M1-Prozessor? Die enorme Leistungsfähigkeit dieses Chips scheint völlig übertrieben zu sein für ein Tablet. Müssten nicht neue Fähigkeiten hinzu kommen? Neue und große Apps? Neue Möglichkeiten des Betriebssystems?



Bis auf marginale Details hatte der M1 so gut wie keine Auswirkungen auf das iPad. Jedenfalls gab es von Apple keine großen Apps. Auch iPadOS bleibt größtenteils gleichgültig. Wer sich das iPad Pro mit M1 gekauft hat, weil er all diese Neuheiten erwartet hatte, sieht sich enttäuscht.

Es ist kaum vorhersagbar, was Apple mit dem iPad Pro und dem M1-Prozessor noch anstellen wird. Aber es ist erlaubt, als Anwender ein Zwischenfazit zu ziehen und einfach das zu bewerten, was heute geboten wird. Also was bietet der M1?

Der M1 treibt ein Merkmal auf die Spitze, das zur Essenz des iPads gehört: Leichtigkeit.

Die Essenz des iPads ist nicht Performance, obwohl seine Prozessoren auch schon vor dem M1 sehr performant waren. Es ist auch nicht die Anzahl der Funktionen. Sondern das iPad begeht einen sanften Betrug: Es gaukelt dem Anwender in charmanter Freundlichkeit vor, dass alles mit einem simplen Fingertipp erledigt werden kann.

Wir Computer-Nerds wissen um die schiere Brutalität eines Prozessors, der ein zehnminütiges Video nach nur 30 Sekunden in ein schlankes Format umrechnet. Aber reine Anwender ahnen davon nichts. Sie erwarten, dass die Dinge unmittelbar geschehen.

Das iPad ist derart dünn und leicht, dass kaum zu glauben ist, was alles darin untergebracht wurde. Es leugnet mit einem Augenzwickern jede Abhängigkeit von den Zwängen der Technik. Es scheint davon abgehoben zu sein.

Der M1 ist jedoch ein Biest. Ein gefährliches Monstrum. Folglich erwarten wir Nerds auch monströse Anwendungen. Aber im iPad ist der M1 der Torwächter einer verzauberten Burg, innerhalb dessen Mauern alles federleicht zu sein scheint.



Steve Jobs hat sich selten für reine Performance interessiert. Software mit einer überbordenden Anzahl an Funktionen hat er verachtet. Für ihn kam es auf die Essenz an. Die Essenz war Einfachheit und Klarheit. Dadurch entstand Eleganz. Performance diente nur diesem Ziel.

Steve Jobs liebte das iPad.

Aktuelle Sendung dazu: iPad XXL: Noch größer, noch besser?
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 22.01.2022, 13:57
mkummer mkummer ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 2.153
Ich denke, dass es vielleicht nicht unbedingt für jedes iPad einen M1 braucht, aber für die Pros schadet es ja auch nicht. Der Knackpunkt dürfte wohl sein, ob der M1 tatsächlich teurer ist als ein A16 oder was auch immer. Wenn derselbe Chip verwendet ist, ist es von der Entwicklung her und wahrscheinlich auch von der Produktion rentabel. Wäre es nicht so, würde es Apple nicht machen. Gegenwärtig bräuchte es leistungsmässig ebensowenig einen M1 wie einen M1 Pro Max in einem MacBook Pro. Schauen wir mal, was sich softwareseitig in padOS 16 tut.
__________________
iMac 27 i7 5K (late 2015) - iPhone 13 Pro MAX - iPad Pro 12,9 3. Gen. WIFI - Apple Watch Series 6 LTE
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 22.01.2022, 18:19
User vom Rhein User vom Rhein ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 18.07.2021
Beiträge: 40
Und wenn der M1 sich in den Mac's nicht mehr so oft verkauft? Dann ist das iPad Pro doch ein prima auslas. Bevor man die Bestellung kürzt. Siehe VW und Co, mit ihren Kürzungen der Bestellung. Folge vom Lied, kaum noch Chips und Produktionsausfall in der Automobilbranche.
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 22.01.2022, 21:42
MunichMacy MunichMacy ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 17.03.2008
Beiträge: 440
Als das iPad Pro mit dem M1 vorgestellt wurde, wusste ich: das iss es … dass ist der „game-changer“. In Zusammenarbeit mit dem Stift und dem Magic-Keyboard wurde es mein alltäglicher Computer und hat das lüfterlärmende MacBook „Pro“ verdrängt. Es gibt sehr viele Programme die ich sehr mag und wo sich das iPad Pro sehr elegant auch im beruflichen Alltag einbettet. Wo ein MacBook eine Wand zwischen Gesprächspartner, bei einem Meeting, aufbaut; da nimmt sich das iPad vornehm zurück und es liegt elegant vor einem. Will man schnell tippen oder man möchte jetzt doch ein Trackpad, dann hat man das Magic-Keyboard dran.

Das hört sich jetzt alles ganz super an und das ist es „eigentlich“ (eigentlich, ist eigentlich ein ganz furchtbares Wort ^^ ) auch, aber man stösst doch oft an Grenzen. Grenzen die abgeschafft gehören. Man möchte Vollgas geben und merkt, dass man mit angezogener Handbremse fährt.

Wenn man das allererste iPad Pro mit dem jetzigen vergleicht, dann hat sich wirklich viel getan, dass muss man schon zugeben. Ich wünsche mir, dass sich MacOS und iPadOS weiter nähern. Eine App, die iPad-App-Store erworben hab, möchte ich auch auf dem MacBook verwenden dürfen. Meine NIK Filter, die auf dem MacBook, in Verbindung mit Photoshop verwende, möchte ich auch auf dem iPad verwenden dürfen.

Ich würde gerne mein iPad als Bildbearbeitungszentrale verwenden und merke: hey, das geht leider gar nicht gut:
1. mein Standard Workflow funktioniert nicht, da ich nicht alles verwenden kann;
2. Photoshop auf dem iPad ist immer noch kastriert. Zugegeben, Adobe arbeitet daran und die Funktionalität wird besser. Aber ich brauch mein MacBook mit meinem Wacom Tablett und perfekt zuarbeiten. Dabei wollte ich doch weg vom Lüfter.

Der geneigte Kritiker wird jetzt sagen: ja-mei, ein iPad ist ein iPad, ist ein iPad.
Doch ich hatte schon gehofft, dass wenn man ein „Pro“ an den Namen schraubt, dem Ding ein M1 Chip verpasst und dann noch Thunderbolt 4 einpflanzt; dass Apple auch dem besagten OS Zunder gibt.

Die Vorstellung von iOS 15 war in dieser Hinsicht ernüchternd. Apple hat sich noch nicht entschieden was man hier sein will oder wo die Reise hingehen soll!?

Man hat ein System, dass ein einfaches Tablett ist und diese leichte Fingerbedienbarkeit haben muss. Gleichzeitig hat man eine Komplexität an Gesten und „versteckten“ Unterfunktionen, die man zufällig mal entdeckt oder man muss sich gezielt erkundigen. Aber das ist doch das Gegenteil von dem was wir wollen: nämlich ein leichtes OS, das sich selbsterklärt. ( „Ach, wenn ich eine länger Zeit mit dem Finger auf dem Icon bin, dann bekomme ich ggf. ein Untermenü … das ist ja toll. Warum sagt das Icon nicht von sich aus, dass es ein Untermenü hat.“ )

Ich kann das iPad ja auch an mein Thunderbolt Display anschliessen, um dort mit Tastatur und Maus zu arbeiten. Das ist schon eine dolle Geschichte. Wenn man es dann anschliesst merkt man aber, dass das „grobe“ „Fingerbedienbarkeits-Design“ jetzt keinen Sinn mehr macht.

Was will ich jetzt eigentlich sagen? Tja, das is echt nicht einfach und genauso stehe ich zu dem Gerät!
Ich benutze es jeden Tag, verwende es für vieles, schätze die Leichtigkeit und die Flexibilität.

Doch, als letztens ein Kollege zu mir kam und mich fragte, ob ich ihm das iPad als Hauptrechner empfehlen kann; musste ich ihm sagen: nur wenn er weiss was er tut und worauf er sich einlässt, ansonsten nicht!

Wie seht ihr das? Darf ein iPad Pro mehr sein als ein iPad? Wo fängt das Pro an und wo hört das Pro auf? Erwarte ich etwas, dass eigentlich Quatsch ist?
__________________
Mit freundlichem Gruß
MunichMacy
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 22.01.2022, 22:08
Jörn Jörn ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 9.555
@Munich_Macy

Danke für den interessanten Kommentar! Besonders das Verstecken von Funktionen finde ich problematisch. Es macht die Dinge schwieriger.

Es verringert auch das Vertrauen. Denn wenn man eine Funktion vermisst, dann weiß man nie, ob es diese Funktion tatsächlich nicht gibt, oder ob man nur den richtigen Trick übersehen hat. Und dann geht die Suche los, und das ist frustrierend.

Mit dem Kontextmenü ist es neuerdings wenigstens insoweit konsistent, dass der "Trick" überall gleich funktioniert.

Ob man ein iPad als Hauptrechner empfehlen kann? Kommt auf den Anwender und die Anwendung an. Für Leute, die sich nicht für Computer begeistern, und die mit den vielen Möglichkeiten überfordert sind, könnte ein iPad besser sein als ein Mac.
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt Gestern, 02:18
lukemac lukemac ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 11.12.2008
Ort: Aachen
Beiträge: 1.213
Ich sehe es genauso wie damals, als der M1 frisch ins iPad gepackt wurde: die Software ist nicht mitgezogen und der M1 wird dadurch kastriert.

Für mich liegt immer noch die Vermutung nahe, dass es günstiger war, den M1 anstatt einen weiteren AX-Prozessor einzubauen und das marketingtechnisch noch gut zu verkaufen.

Mehr steckt da glaube ich nicht hinter.

Die Prozessoren interessieren mich in iPads nach wie vor kaum - sie sind grundsätzlich auf einem hohen Niveau - bringt alles nur nichts.
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt Gestern, 16:58
cordcam cordcam ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.04.2010
Beiträge: 2.848
Wofür steht eigentlich das Pro?

Was kann ich mit einem Pro machen, was mit einem Air nicht geht?
Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu




Powered by vBulletin® Version 3.6.8 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2022, Jelsoft Enterprises Ltd.