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  #11  
Alt 12.01.2021, 10:55
cordcam cordcam ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.04.2010
Beiträge: 2.710
Hier dürfte auch interessant sein, was unser Bundesverfassungsgericht dazu sagt:

„Die bewusste Behauptung unwahrer Tatsachen fällt demgegenüber nicht in den sachlichen Schutzbereich der Meinungsfreiheit, weil sie zur Meinungsbildung auf zutreffender Tatsachengrundlage nicht beitragen kann.“
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  #12  
Alt 12.01.2021, 11:14
ueberl ueberl ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 31
Eine interessante Diskussion bisher.

Zunächst finde ich es zumindest bedenklich, dass sich die US-IT-Tech-Konzerne erst jetzt zu einer Beschränkung und Regulierung der Trumpschen-Auswüchse in ihren Kanälen entschlossen haben. Reichlich spät. Wäre Trump Präsident geblieben, hätte man sich wohl nicht vorzeitig positionieren wollen. Courage sieht anders aus. Bei Tim Cook sehe ich diese allerdings.

Grundsätzlich: Wenn man unsere Freiheit will (und wer möchte schon in dieser Frage in China oder Russland leben), muss man die Möglichkeiten solcher "Channel" hinnehmen. Dies setzt dann eine umfassende Medien-Bildung der Bevölkerung voraus, um Irrwege zu vermeiden. Anders werden die Möglichkeiten der neuen Medien nicht verantwortungsvoll nutzbar sein. Ob dies erreichbar ist, weiss ich nicht.

Und dann gibt es immer noch Gesetze, die unterschiedlich gehandhabt werden:
In einer Bahnhofsbuchhandlung darf ich keine Pornographie nach deutscher Definition verkaufen (die Definition hierfür ist ja anatomisch pikant). Die selben und noch viel schlimmeren Inhalte werden bereits von der Google-Bildersuche ohne Begrenzung ausgewiesen. Bei der Bahnhofsbuchhandlung käme die Polizei und würde dies beschlagnahmen. Wie soll man damit umgehen?
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  #13  
Alt 13.01.2021, 00:23
Jörn Jörn ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 9.152
Nehmen wir an, eine politische Partei käme auf die Idee, Wikipedia-Artikel so zu ändern, dass damit eine bestimmte Weltsicht propagiert wird. Es beginnt mit kleineren Änderungen, die Ansichtssache sind. Dann verschwinden bestimmte Standpunkte, wo zuvor mehrere Standpunkte standen. Später werden kritische Zitate ausgetauscht zugunsten befürwortender Zitate.

Teils wird es gerechtfertigt mit Meinungsfreiheit, teils damit, dass es das gute Recht von allen wäre, sich bei Wikipedia zu beteiligen, und man könne ja schließlich einer bestimmten Partei nicht verbieten, sich zu beteiligen, während es anderen erlaubt bliebe.

Hier wird nicht Offenheit und Zusammenarbeit gefeiert, sondern missbraucht.

Die Attraktivität dieses (hypothetischen) Manövers ergibt sich daraus, dass Wikipedia ein gutes Ansehen hat, und dass die Leser nichts von der Manipulation wissen. Mehr noch: Die Leser werden selbst in diese Weltsicht getrickst, Stück für Stück. Wenn das klappt, werden sie die Manipulation nicht kritisieren, sondern verteidigen und sich eventuell sogar daran beteiligen. Ein Teufelskreis beginnt sich zu drehen.

Dieses Szenario ist auf Wikipedia tatsächlich zu beobachten, allerdings auf dem Schlachtfeld religiöser Fragen. Ich erwähne es nur, um zu illustrieren, dass es nicht so weit hergeholt ist, wie es zunächst scheint.

Mein Punkt ist, dass hier die offene Gesellschaft verarscht wird. Werte wie Meinungsfreiheit werden missbraucht, um sie für andere einzuschränken. Eingeschränkt wird die Meinungsfreiheit dadurch, dass manipulativ vorgegangen wird, d.h. man möchte verhindern, dass die Menschen objektive Informationen bekommen.

Würden wir bei Wikipedia einfach mit den Schultern zucken, wenn plötzlich offenbar wäre, dass seine Offenheit missbraucht würde?

Facebook wird verteidigt als das Sprachrohr des Einzelnen. Tatsächlich geben politische Gruppierungen hunderte Millionen Dollar dafür aus, ihre manipulativen Empörungs-Postings als Werbung bei Facebook zu posten — allerdings sieht es dort nicht aus wie Werbung, sondern wie normale Postings. Die Leute werden verarscht.

Diese Gruppierungen mussten sich früher mit Journalisten auseinandersetzen, die den Leser mit Kontext und Widersprüchen zusätzlich informierten. Die Gruppierungen umgehen diesen ersten Check und verwenden Plattformen, die dafür nicht gedacht und nicht entsprechend ausgerüstet sind. Es ist ein Missbrauch.

Gedacht war es als ein Austausch von Katzenfotos und Geburtstagsgrüßen. Benutzt wird es als Verbreitungsplattform von äußerst fragwürdigen "Nachrichten".

Aber die Kritik an diesem Missbrauch wird zurückgewiesen mit der scheinheiligen Entgegnung, man wolle dem Einzelnen die Meinungsfreiheit nehmen, wenn man Facebook und Twitter stärker kontrolliere. Darum geht es überhaupt nicht.

Auf mich wirkt es wie Betrug, wenn sich Trump und Parler auf Meinungsfreiheit berufen, und darauf, dass wir Menschen uns im Großen und Ganzen vertrauen. Mir scheint es eher so, als hätten sie eine Lücke gefunden, mit der man sehr schwierig umgehen kann. Das nutzen sie aus.

Und deswegen liegt es für mich auf der Hand, dass die Gesellschaft irgendwann sagt: "So geht das nicht weiter". Deswegen begrüße ich die vielen Firmen, die jetzt in den USA aktiv geworden sind und sich nicht weiter verarschen lassen. Gegen tatsächliche Meinungen hat ja niemand etwas einzuwenden.

Geändert von Jörn (13.01.2021 um 00:47 Uhr).
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  #14  
Alt 13.01.2021, 07:25
ueberl ueberl ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 31
Zitat:
Zitat von Jörn Beitrag anzeigen
Facebook wird verteidigt als das Sprachrohr des Einzelnen. Tatsächlich geben politische Gruppierungen hunderte Millionen Dollar dafür aus, ihre manipulativen Empörungs-Postings als Werbung bei Facebook zu posten — allerdings sieht es dort nicht aus wie Werbung, sondern wie normale Postings. Die Leute werden verarscht.

Diese Gruppierungen mussten sich früher mit Journalisten auseinandersetzen, die den Leser mit Kontext und Widersprüchen zusätzlich informierten. Die Gruppierungen umgehen diesen ersten Check und verwenden Plattformen, die dafür nicht gedacht und nicht entsprechend ausgerüstet sind. Es ist ein Missbrauch.
Auf diese beiden Absätze von Dir kommt es an. Es ist tatsächlich ein Missbrauch dieser Systeme. Und die Missbrauchsmöglichkeit ist system-immanent. Im Falle von klassischen Medien sind die Einstiegshürden zumindest so hoch (Radio, TV, Zeitung), dass sie zum Missbrach kaum taugen - zumindest in freien Gesellschaften. In autoritären Staaten wiederum werden die klassischen Medien seit jeher missbräulich verwendet (Staatsmedien) und die neuen Medien begrenzt oder abgeschaltet.

Wer soll das für „Social Media“ lösen?
Die Betreiber selbst, zulasten ihrer schamlos hohen Gewinne, nach Vorgaben der demokratischen Gesellschaft (Gesetze)!

Dies funktioniert aber schon bei der Pornographie nicht, was einfach wäre (ich habe dies oben angesprochen, nicht weil ich ein Moralapostel bin, sondern weil mich die Ungleichbehandlung aufregt und es für Kinder schädlich ist).
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  #15  
Alt 13.01.2021, 11:30
mkummer mkummer ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 2.070
Der Bundespräsident bereits 2019: https://www.bundespraesident.de/Shar...Republica.html
„Wer mit einer digitalen Plattform einen politischen Diskursraum schafft, der trägt auch Verantwortung für Demokratie - ob er’s will oder nicht."
__________________
iMac 27 i7 5K (late 2015) - iPhone 12 Pro MAX - iPad Pro 12,9 3. Gen. WIFI - Apple Watch Series 6 LTE
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  #16  
Alt 13.01.2021, 11:44
cordcam cordcam ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.04.2010
Beiträge: 2.710
Wie kann man das von Jörn angesprochene Problem lösen?

Im Moment ist es ja so, dass sich die Schwurbler in ihre Blase treffen und journalistische Einordnung gar nicht mitbekommen, weil sie sich deren Publikationen gar nicht anschauen.

Ich spinne mal:

Müssen Journalisten nicht da hin, wo es nötig ist?

Wenn das Schwurbeln auf Facebook stattfindet, müssen die Journalisten dort hin. Da nutzt kein Artikel im Spiegel, den die Schwurbler gar nicht sehen.

Der gut recherchierte Artikel gehört nicht ins Spiegel Heft, sondern in die Kommentarspalte.

Ein Schwurbler lässt sich so nicht überzeugen. Aber ihm wird etwas entgegengesetzt. Die Mitleser bekommen eine zweite Meinung und Fakten. Das ist wichtig.

Ich spinne weiter:

Facebook profitiert dann davon, dass Journalisten auf ihrer Plattform Aufklärungsarbeit leisten. Also soll Facebook ein Programm auflegen, dass diesen Journalismus entlohnt. Notfalls müssen sie dazu gezwungen werden.

Ja, vielleicht muss man den Journalismus neu denken.
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  #17  
Alt 13.01.2021, 12:39
hopsing27 hopsing27 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 11.04.2011
Beiträge: 122
Du meinst so Spiegel Journalisten wie Relotius? Auch vom Spiegel wird eine Meinung vertreten. Wie kommen Linke eigentlich dazu, nur noch ihre Meinung zulassen zu wollen? Warum werden Kritiker des One World Gedankens nur noch als nicht mehr satisfaktionsföhig gesehen? Wie können die großen Tech Konzerne eine Hälfte Bürger, (70 Mio. wählten Trump), vom Diskurs auszuschließen? Das wird nicht gutgehen, nicht das es in einem Bürgerkrieg endet. Wenn die eine Seite gehen die andere dermaßen umfassend massiv vorgeht, wird es Reaktionen geben.

Ich bin dafür, dass alles, was strafrechtlich relevant ist und zu Straftaten auffordert, gellöscht werden muss. Auch persönliche Beleidigungen, rassistische Kommentare etc.

Einen gewählten Präsidenten abzuschalten, ist jedoch eine ganz andere Nummer. Die Leute werden sich etwas anderes suchen.
Es glaubt doch niemand, dass jetzt alles gut wird.
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  #18  
Alt 13.01.2021, 13:57
cordcam cordcam ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.04.2010
Beiträge: 2.710
„Wie kommen Linke eigentlich dazu, nur noch ihre Meinung zulassen zu wollen?“

Wie kommst Du da jetzt drauf?
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  #19  
Alt 13.01.2021, 13:59
cordcam cordcam ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.04.2010
Beiträge: 2.710
„Du meinst so Spiegel Journalisten wie Relotius?“

Sowas trägt nicht zur Diskussion bei. Schon gar nicht, wenn man einen Einzelfall missbraucht, um etwas zu diskreditieren.
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  #20  
Alt 13.01.2021, 16:18
Avalon Avalon ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 12.09.2010
Beiträge: 150
Wenn ich in einem Land leben würde in dem die Bevölkerung besser bewaffnet ist als das Militär und in dem solch eine Spaltung vorangegangen ist wie in den USA hätte ich Angst vor einem Bürgerkrieg.
Ich will nicht hoffen, dass der uneinsichtige Teil der Wähler erst kapieren würde was für einen " kompetenten " Präsidenten sie in den letzen Jahren hatten , wenn er Raketen nach Californien schickt.
Mir macht diese Entwicklung Sorge !
Aber eventuell kann Donald ja Asyl in Mexiko beantragen !
__________________
Facebook ist die Lobotomie der Gesellschaft !
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