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Mac-TV.de - Einzelnen Beitrag anzeigen - Jahreswechsel Shitstorms um Apple
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  #84  
Alt 04.01.2019, 23:28
Jörn Jörn ist gerade online
Administrator
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 8.161
Zitat:
Zitat von lol Beitrag anzeigen
Wenn ich von der Größe der Plattform spreche, dann geht es mir nicht um Umsatz, sondern um die Anzahl der User. Da ist Android, ohne jeden Zweifel, Meilenweit vor Apple.
Aber was hat Google davon?

Apple profitiert von allem, was auf der iOS-Plattform auch nur einen kleinen Mucks macht. Aber wo profitiert Google? Was hat Google von den vielen Android-Usern?

Soll man Apple etwa das Google-System empfehlen?

Zitat:
Zitat von lol Beitrag anzeigen
Was du vergisst, Google hat dank der Google-Suche zugriff auf quasi alle Daten im Internet und je größer die Datenmenge, desto mächtiger ist die KI. Außerdem sammelt Google auch einiges mehr an Daten als es Apple tut.
Es trifft nicht zu, dass die KI "mächtiger" wird, je mehr Daten man hat. Man benötigt zwar eine gewisse Menge an Daten, um das Modell zu trainieren. Beispielsweise würde man hundert Fotos von Katzen benötigen, damit das System halbwegs lernt, wie eine Katze aussieht. Wenn man hunderttausend Fotos hat, wird es richtig gut. Aber es wird nicht besser, wenn man hundert Milliarden Fotos verwendet.

Das bedeutet: Man muss nicht Google sein, um genügend Daten zu haben, damit sich KI-Modelle trainieren lassen. Das kann jeder nachprüfen: Ein paar Fotos in der eigenen Fotos-App reichen schon aus, bis das System lernt, wer "Michael" ist. Nach fünf Fotos klappt es halbwegs, nach zehn Versuchen ist es recht gut, nach fünfzehn ist es so perfekt wie es sinnvollerweise sein kann. Brauchte man hier tausende Bilder? Nein. Hätten Daten aus der Google-Suche geholfen? Ebenfalls nein.

Üblicherweise verwendet man aber gar keine "echten" Daten (Fotos, Sprache, etc.), sondern synthetisiert sie. Eine Software erzeugt tausende von Varianten von Katzen, in genau kontrollierten Abweichungen. Das ist viel besser als echte Katzen. Ebenso macht man es bei Spracherkennung. Man braucht gar nicht die Telefone von tausend Spaniern abzuhören, um tausend Varianten von "Tortilla" zu hören.

Weiter: Mit über einer Milliarde Kunden hat Apple eine Menge Möglichkeiten, Daten zu erhalten und zu testen. Dadurch lassen sich Modelle weiter schärfen. Das gilt für Spracherkennung ebenso wie bei der Präzisierung von Landkarten. Ob nun tausend Android-Phones einen Stau auf der A5 melden, oder fünfhundert iPhones, macht keinen Unterschied.

Ein letztes Beispiel: Die Erkennung von Herzfehlern anhand von statistischen Mustern. Wer hat die Daten? Die Google-Suche oder die Apple Watch? Es ist nicht zutreffend, dass Google alle Daten hätte und Apple dumm aus der Wäsche schaut.

Geändert von Jörn (05.01.2019 um 00:17 Uhr).