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Why Tim Cook is Steve Ballmer - Mac-TV.de
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  #1  
Alt 31.10.2016, 17:27
Numaguggn Numaguggn ist offline
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Registriert seit: 15.11.2012
Beiträge: 118
Why Tim Cook is Steve Ballmer

Ein hochinteressanter Artikel, welcher die Ursachen der Malaise bei Apple treffsicher analysiert und schlüssig begründet, warum Tim Cook der falsche Typ CEO ist.


What happens to a company when a visionary CEO is gone? Most often, innovation dies and the company coasts for years on momentum and its brand. Rarely does it regain its former glory.

Here’s why.



http://venturebeat.com/2016/10/25/wh...steve-ballmer/
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  #2  
Alt 31.10.2016, 18:38
Walter Plinge Walter Plinge ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.01.2008
Ort: München
Beiträge: 805
Der Autor des Artikels macht viel Gerede und tut so als würde er eine Analyse abliefern, aber nachdem ich den Artikel gelesen habe, muss ich sagen, dass er eigentlich nur versucht seine Vorurteile bzgl. Cook zu bestätigen. Im Prinzip kann man den ganzen Artikel in einem Satz zusammenfassen:

"Cook zeigt keine Leidenschaft für die Produkte die seine Firma entwickelt, und deshalb wird Apple langfristig scheitern!"

Aber ganz ehrlich, diese Prämisse - und zugleich auch die Schlussfolgerung des Autors - ist seine, sehr subjektive, Meinung.

Zunächst würde ich weder Ballmer noch Cook als "falschen Typ CEO" bezeichnen. Ballmer hat zu seiner Zeit einen ziemlich guten Job abgeliefert, ob Nadella etwas ähnlich schaffen wird steht noch in den Sternen. Nadellas Entscheidungen zu Windows Mobile halte ich persönlich für grundlegend falsch. Aber auch Cook hat in meinen Augen bisher einen ziemlich guten Job abgeliefert - z.B. halte ich das iPad Pro langfristig für einen hervorragenden Schachzug, wenn er das durchzieht. Seine derzeitige Bewährungsprobe liegt meines Erachtens vor allem darin, im Mac-Umfeld eine klare Produktstrategie zu entwickeln, und ich denke genau das ist sein Ziel, und das ist einer der Gründe, warum es 12 Monate keine großartigen Mac-Updates gab.

Steve Blank - der Autor des Artikels - hingegen geht bereits von der Prämisse aus, dass Cook ein leidenschaftsloser CEO wäre. Das halte ich persönlich für so falsch, das es falscher kaum sein könnte. Ganz im Gegenteil denke ich tatsächlich, dass Cook äußerst überzeugt von den Produkten der Firma ist. Ein leidenschaftsloser CEO, der es auf die Optimierung des Shareholder Value anlegt würde nämlich völlig anders agieren, als es Cook in den letzten Jahren getan hat. Apple ist neben Samsung der einzige Smartphone/Tablet-Hersteller, der sich eine eigene Chip-Design-Abteilung leistet. Apple bringt regelmäßig als Erste risikoreiche Umstellungen in der Schnittstellenausstattung (kürzlich z.b. komplett auf USB-C, Weglassen des Klinkensteckers, etc.), womit es seine Nutzer zwingt Adapter und/oder neue Geräte zu kaufen. Kein CEO der auf die Optimierung des Shareholder Values zielt, würde solche Risiken eingehen. Diese Beispiele könnte ich noch einige Zeit fortsetzen.

Was hingegen hält der Autor des Artikels für innovativ: "KI getriebene Dienste", und führt hier Google und Amazon als Vertreter an. Andererseits muss er zugeben, dass Apple in diesem Gebiet ebenfalls aktiv ist, sagt aber Apples scheitern hervor, weil ja Tim Cook der falsche CEO wäre (irgendwie ein Ringschluss oder nicht?).

Alles in allem halte ich diesen Artikel für das übliche Analysten blabla ala "Aber morgen geht Apple ganz sicher unter!"
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  #3  
Alt 31.10.2016, 19:17
Numaguggn Numaguggn ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.11.2012
Beiträge: 118
Nein, dass ist nicht die Prämisse. Es ist die Konsequenz, die sich aus der Tatsache ergibt, dass Tim Cook sicher ein großartiger Geschäftsmann ist, aber eben kein Vordenker. Er kann gut INPUT in OUTPUT wandeln und diese Prozesse optimieren. Aber er selbst hat kein Talent, die Pipeline mit IN zu füttern. Genau wie auch Steve Ballmer das nicht konnte. Die Gemeinsamkeiten sind schon frappierend.

Er leitet es ja allgemein her:

When visionary founders depart (death, firing, etc.), the operating executives who reported to them believe it’s their turn to run the company (often with the blessing of the ex CEO). At Microsoft, Bill Gates anointed Steve Ballmer, and at Apple, Steve Jobs made it clear that Tim Cook was to be his successor.

Once in charge, one of the first things these operations/execution CEOs do is to get rid of the chaos and turbulence in the organization. Execution CEOs value stability, process, and repeatable execution. On one hand, that’s great for predictability, but it often starts a creative death spiral – creative people start to leave, and other executors (without the innovation talent of the old leader) are put into more senior roles. The company hires more process people, which in turn forces out the remaining creative talent. This culture shift ripples down from the top, and what once felt like a company on a mission to change the world now feels like another job.


Apple braucht dringend jemanden wie Elon Musk. (Elon Musk selbst hat nicht viel für Apple übrig, für ihn ist das ein dead horse, das lässt er regelmäßig durchblitzen...)
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  #4  
Alt 31.10.2016, 19:27
Jörn Jörn ist gerade online
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Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 8.923
Tim Cook ist ein hochintelligenter Mensch.

Steve Ballmer ist ein Plattfuss und Knochenbrecher. Jeder, der ihn jemals reden hörte, hat gedacht: "Ich kann's nicht fassen, dass dieser Trottel mehr verdient als ich".

Wenn ich Tim Cook wäre, würde ich den Vergleich mit Steve Ballmer als Unverschämtheit empfinden. Kaum eine der bekannten Personen der Computerbranche hat eine geringere Reputation als Steve Ballmer.
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  #5  
Alt 31.10.2016, 19:34
Jörn Jörn ist gerade online
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Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 8.923
Zitat:
Zitat von Numaguggn Beitrag anzeigen
Execution CEOs value stability, process, and repeatable execution.
Kurz: alles soll so bleiben, wie es war, und möglich sicher und vorhersagbar. Bloß nix falsch machen.

Tim Cook hingeben begann die Apple Watch und offenbar auch das Auto-Projekt. Die Ausgaben für Entwicklung und Forschung schossen dramatisch in die Höhe. Kaum jemals in der Geschichte von Apple waren so viele Leute an so vielen neuen und ungewissen Projekten beteiligt.

Die Firma ist keineswegs in der Rolle, das Bestehende möglichst sicher und effizient zu bewahren. Sondern die Firma ist im Aufbruch. Kaum irgendwas ist noch so wie zu Steve Jobs Zeiten, selbst heilige Kühe wie iTunes und der iTunes Store wurden geschlachtet. Tim Cook ist bereit, hohe Risiken einzugehen, um eine neue Zukunft zu zimmern.

Das nennt man Vision. Vision heißt, sich eine Zukunft vorzustellen, die man erst erschaffen muss, damit sie wahr wird. Genau das macht Tim Cook. Er investiert in Künstliche Intelligenz, baut Rechenzentren, tüftelt am Auto der Zukunft, und so weiter.

Steve Ballmer begann mit Windows und Office, und er endete mit Windows und Office.

Zitat:
Zitat von Numaguggn Beitrag anzeigen
The company hires more process people, which in turn forces out the remaining creative talent.
Kreative Leute werden als rausgeworfen und durch Verwalter ersetzt?

Tatsächlich gibt es dafür keinen Beleg. Die Rolle von Johny Ive und seinem Team war nie größer. Er hat mehr Einfluss auf die Entwicklung von neuen Ideen und Produkten als irgendwer sonst in der Firma, wenn man den aktuellen Interviews glauben darf.
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  #6  
Alt 31.10.2016, 20:03
Walter Plinge Walter Plinge ist offline
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Registriert seit: 05.01.2008
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Beiträge: 805
Zitat:
Zitat von Numaguggn Beitrag anzeigen
Nein, dass ist nicht die Prämisse. Es ist die Konsequenz, die sich aus der Tatsache ergibt, dass Tim Cook sicher ein großartiger Geschäftsmann ist, aber eben kein Vordenker. Er kann gut INPUT in OUTPUT wandeln und diese Prozesse optimieren. Aber er selbst hat kein Talent, die Pipeline mit IN zu füttern. Genau wie auch Steve Ballmer das nicht konnte. Die Gemeinsamkeiten sind schon frappierend.
Doch es ist seine Prämisse, auch wenn er es anders darzustellen versucht. Er begründet mit keinem einzigen Wort, warum Tim Cook kein Vordenker sein sollte. Oder besser seine "Begründung" ist offensichtlicher Unsinn: Nämlich weil Steve Jobs als Innovator definiert wird, und Innovatoren keine anderen Innovatoren neben sich dulden, ist der Nachfolger zwangsläufig kein Innovator.

Aber das ist - um es mal nett zu sagen - hanebüchener Unsinn. Das fängt schon damit an, dass er
a) "Innovator" gewissermaßen als Wunderkinder definiert (z.B. bzgl. betriebswirtschaftliche Fähigkeiten, technische Fähigkeiten, kreative Fähigkeiten, etc.)
b) "Innovatoren" als zwangsläufig leidenschaftlich, und alle anderen als leidenschaftslos definiert, und
c) "Innovatoren" als zwangsläufige Einzelgänger definiert, die nicht mit anderen "Innovatoren" zusammenarbeiten können, aber gleichzeitig ein geschicktes Händchen dabei haben hervorragendes Exekutiv-Personal zu finden.

Letztlich unterstellt er damit zwangsläufig allen, die nach dem Innovator kommen, der "falsche Typ" CEO zu sein, was ganz offensichtlicher Unsinn ist. Als "Beweis" führt er Ballmer an, der nach dem "Innovator" Gates kam (was immer diesen zum "Innovator" definiert) und sortiert dann Cook in die gleiche Kategorie, weil er Jobs entsprechend definiert. Gleichzeitig versucht er nicht mal, Gegenbeispiele für seine Theorie zu finden.

Wie ich schon sagte: Er hat eine vorgefasste Meinung zu Cook, und versucht diese mit seiner "Analyse" zu bestätigen. Logisch sinnvoll ist seine "Analyse" deshalb aber noch lange nicht.

Geändert von Walter Plinge (31.10.2016 um 20:28 Uhr).
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  #7  
Alt 31.10.2016, 22:13
OpDraht
 
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Oh weh, nun auch noch der Focus.

Dieses Verschwinden von früher "charakter"-gebenden Details hat mich aber auch schon irritiert. An sich halte ich es für richtig wenn sie überholt sind, sehe aber nichts vergleichbares was diese Lücke wieder auffüllt. Vielleicht die Perfektion des Ganzen wie sie Ive anstrebt? Aber Perfektion kann auch sehr langweilig sein.
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  #8  
Alt 31.10.2016, 22:35
Jörn Jörn ist gerade online
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Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 8.923
Genau, früher wurde keine Perfektion angestrebt, das war alles noch viel menschlicher.
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  #9  
Alt 31.10.2016, 23:30
Lefteous Lefteous ist offline
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Registriert seit: 06.01.2008
Beiträge: 1.515
Lefteous eine Nachricht über ICQ schicken
Forstall sollte zurück zu Apple geholt werden und diesen Designerhintern kräftig in den Arsch treten. Aber da müsste Cook zurücktreten und dann darf er wieder Kisten schieben. Das kann er am besten.
__________________
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  #10  
Alt 31.10.2016, 23:35
OpDraht
 
Beiträge: n/a
Vielleicht ist das ausgleichende Narrativ das mittlerweile viel größere Gesamtsystem. Man kann auf so kleine Spielereien verzichten, denn kein Konkurrent hat ein vergleichbar harmonisches Werk.
Das ist der Charakter von Apple.

Und den Startgong schalten wir einfach per Terminalbefehl wieder ein.
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