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Mein Erlebnis mit den Flüchtlingen in Frankfurt (langer Text und Fotos) - Seite 2 - Mac-TV.de
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  #11  
Alt 12.12.2015, 12:01
mkummer mkummer ist offline
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Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 1.983
Gerade auf SpON gelesen: http://www.spiegel.de/politik/deutsc...a-1067356.html
Geht es noch zynischer? Pfui! Wer solche Leute wählt…
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  #12  
Alt 12.12.2015, 12:29
Meta Meta ist offline
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Registriert seit: 24.08.2010
Beiträge: 1.455
@Qwally: Definitiv.
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  #13  
Alt 12.12.2015, 15:09
QWallyTy QWallyTy ist offline
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Ort: tiefstes Sauerland
Beiträge: 18.086
QWallyTy eine Nachricht über AIM schicken
und wo wir schon bei Idioten und Fanatikern sind da ist ja auch wieder die AFD
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QWallyTy
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  #14  
Alt 12.12.2015, 18:15
Kurare Kurare ist offline
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Registriert seit: 23.01.2008
Ort: Freiburg
Beiträge: 4.683
Ein sehr schöner Erfahrungsbericht!
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  #15  
Alt 12.12.2015, 18:44
Florian Raabe Florian Raabe ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 27.01.2011
Ort: Wolfhagen
Beiträge: 714
Danke für deine Eindrücke Jörn, so eine Gelegenheit würde ich auch wahrnehmen, wenn sie sich mir geben würde.
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-Since 1996
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  #16  
Alt 12.12.2015, 18:52
handy2703 handy2703 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 11.06.2010
Ort: Saarland
Beiträge: 460
wie schon erwähnt: die meisten Flüchtlingseinrichtungen sind froh und dankbar wenn man auch nur mal für ein paar Stunden helfen kommt. Dabei kommt man automatisch mit Menschen aus Syrien, dem Irak... in Kontakt.
Auch gibt es in vielen Gemeinden "Flüchtlingstreffs" wo man durchaus mal vorbeischauen kann und bei einem Kaffee ins Gespräch kommen kann.
Es gibt viele Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen und sich selbst ein Bild zu machen.
Und wie Tim Cook in einem anderen Zusammenhang gesagt hat: Just say "Hi"
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  #17  
Alt 12.12.2015, 19:29
Florian Raabe Florian Raabe ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 27.01.2011
Ort: Wolfhagen
Beiträge: 714
@handy2703
Ich werde mich informieren und bei Gelegenheit auch einmal dort vorbeisehen.
Ich muss zugeben das mir etwas mulmig ist und ich mir nicht sicher bin wie das angenommen wird...
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  #18  
Alt 12.12.2015, 20:59
Jörn Jörn ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 8.925
Meta,

Du fragst danach, ob die Flüchtlinge an diesem Abend repräsentativ für alle waren. Das habe ich mich auch gefragt. Nach dem Abendessen habe ich mal meine ganze Frechheit mobilisiert und diese Frage an die Flüchtlinge gestellt. Hier der ungefähre Wortlaut:

Jörn: "I know its embarrassing, but I don't know how to put the question... so I just ask you: what people are you? Are you rich, or..."

Frau (sofort, ohne zu zögern): "Yes."

Mann: "You have to know that we payed 3.000 Euro for the transfer to Europe. In Germany, this may not be much money, but..."

Wir unterbrachen: "Hoho, this is much money in Germany also!"

Jörn: "So is it true that... at the moment... only the wealthier people come to Germany, and the others are left behind? Poor people or people from the country?"

Mann: "Yes. They are left behind."

-----

Nun darf man das Wort "rich" (reich) nicht wörtlich auslegen, da unsere sprachlichen Fähigkeiten nicht auf diesem Niveau waren. Sondern wir waren zufrieden, wenn ungefähr rüberkam, was gemeint war. Ich würde es eher mit "gut situiert" übersetzen. Mit 3.000 Euro ist man in Deutschland sicherlich nicht reich (was ein Besuch im Apple Store sofort offenbart), und vermutlich auch nicht in Syrien, aber es deutet an, dass die Familie immerhin Rücklagen bilden konnte und nicht das gesamte Einkommen für die reine Lebenshaltung verbraucht hat. 3.000 Euro entsprechen ungefähr einem Jahreseinkommen in Syrien.

Typischerweise gibt es in den ärmeren Ländern meist ein großes Gefälle zwischen Stadtbevölkerung und Landbevölkerung, und hier haben wir es wohl mit der Stadtbevölkerung zu tun, wo ein höheres Einkommen und ein höheres Bildungsniveau herrscht.

Insofern waren die syrischen Flüchtlinge bei diesem Abendessen nicht repräsentativ, außer für die städtische Mittelschicht. Etwa die Hälfte der Syrer lebt in den zwei, drei großen Städten, die andere Hälfte in Kleinstädten oder Dörfern.

Welchen Reim soll man sich nun darauf machen?

Nach meiner Beobachtung kommen folgende Gruppen zu uns:

- Erstens jene, die Geld hatten für einen guten Schleuser (und es überlebt haben). Diese Gruppe ist relativ zügig zu uns gekommen.

- Zweitens jene, die schon eine längere Odyssee hinter sich haben. Sie sind zuerst innerhalb des Landes geflüchtet, oder in ein angrenzendes Land. Sie hatten ursprünglich nicht vor, ihre Heimat über längere Zeit zu verlassen. Aber dann hat sich herausgestellt, dass ihre Flucht sehr lange dauern könnte. Es wurde offensichtlich, dass sie nicht so lange in einem Lager (oder Hotel) in der Türkei bleiben können. Deswegen fassten sie den Entschluss, offiziell zum Flüchtling zu werden und Asyl zu beantragen.

- Drittens jene, die von einer Katastrophe in die nächste geschlittert sind. Das dürfte vor allem auf Leute aus Afghanistan und dem Irak zutreffen. Sie haben oft eine haarsträubende (und teils jahrelang dauernde) Reise hinter sich, bei der sie immer wieder erneut aufbrechen mussten. Diese Leute hatten meist gar nicht vor, nach Europa (oder speziell Deutschland) zu kommen. Aus der Sicht eines Irakers ist es viel logischer, in ein arabisches Land zu fliehen, oder zumindest in benachbarte Länder. Aber die arabischen Länder sind untereinander auf eine bizarr-komplexe Art verfeindet, und so kann es kommen, dass jemand vor den Taliban flieht, um herauszufinden, dass er anderswo ebenfalls ins Fadenkreuz irgendeiner verquasten Gruppe gerät. Unter diesen Leuten findet man auch die ärmeren Leute, die eigentlich nicht wohlhabend genug für eine Flucht waren, aber die irgendwie hierher gespült wurden. Ich habe während des Abendessens mit drei solcher Leute gesprochen.

Geändert von Jörn (12.12.2015 um 21:13 Uhr).
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  #19  
Alt 13.12.2015, 02:27
Numaguggn Numaguggn ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.11.2012
Beiträge: 118
Zitat:
Zitat von Meta Beitrag anzeigen
Schöner Text. Aber sind die Flüchtlinge, mit denen du in Kontakt gekommen bist, repräsentativ für alle anderen Flüchtlinge?
Natürlich nicht. IMHO ist der Einblick den Jörn gewährt, ganz schön rosarot gefärbt.

Ich sage das mit dem Background Einsatzleitung + Medpoint wesentlich größerer EAEs (750-800 AB) und dort ist längst nicht alles so eitel Sonnenschein. Besonders Konflikte zw. Syrern und Afghanen werden immer heftiger. Und auch da muss man klar konstatieren, dass die Syrer noch die wesentlich angenehmeren Zeitgenossen sind.

Ich belasse es mal dabei, aber man sollte sich nicht der Illusion hingeben, es wäre alles so schick und fein, wie es dieser kleine Bericht vermittelt. Die Quote die ich immer wieder in Gesprächen mit Dolmetschern bzgl. Integrierbarkeit genannt bekomme, pegelt so bei ca. 10-20%, je nachdem wen man fragt. Und so schätze ich das auch ein. Wir werden 60-70% dieser Menschen dauerhaft alimentieren und aufgrund der schieren Masse werden sich wieder Diasporen bilden, Islam-Ghettos, wie wir sie schon kennen.

Ich sehe diese ganze „Flüchtlingskrise” sehr kritisch und halte überhaupt nichts von der anvisierten „Lösung”. Das hat für mich nicht viel mit Humanismus zu tun, denn dieser würde gebieten, an alle zu denken. So retten sich die Glücksritter und die Reichen der Armen, der Rest bleibt dort zurück.

„Denn die einen sind im Dunkeln, und die andern sind im Licht. Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.”

Und wir feiern uns für sowas, aber für eine Schutzzone im Norden Syriens mit Blauhelmen und richtig wirksamer Hilfe vor Ort fehlt uns der Mumm und der Wille.
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  #20  
Alt 13.12.2015, 11:58
AppleiPodFan AppleiPodFan ist offline
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Registriert seit: 05.09.2010
Beiträge: 1.800
Toll Jörn!
__________________
Wenn die Dämmerung einsetzt, ist mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen.
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