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Corona-Endlosthread - Seite 87 - Mac-TV.de
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  #861  
Alt 09.10.2020, 23:03
McTenner McTenner ist offline
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Registriert seit: 18.08.2020
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Zitat:
Zitat von Jörn Beitrag anzeigen
Der Mann war etwa 60 Jahre alt, fit, voll im Berufsleben stehend. Und die Geschichte war ziemlich scheußlich. Er ist selbst nach einem halben Jahr nicht völlig genesen.
Empfand ich im ersten Schritt auch sehr beunruhigend, aber man muss sich vor Augen halten:
das war wohl Anfang März.

Heute wissen die Spezialisten deutlich mehr, es gibt konkrete Behandlungsstrategien/ein Medikamentpool und sie können diese Erfahrung in die Behandlung mit häufig milderen Verläufen in Folge einfließen lassen.
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  #862  
Alt 10.10.2020, 00:33
desELend desELend ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.01.2008
Ort: Backnang
Beiträge: 671
Gut das es jetzt gute Behandlungsstrategien gibt, besser wenn man sie nicht in Anspruch nehmen muss.
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  #863  
Alt 10.10.2020, 01:20
Jörn Jörn ist offline
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Beiträge: 8.925
Was genau ist gemeint mit "Behandlungsstrategien"? Sind es Medikamente, die einen milden Krankheitsverlauf um ein oder zwei Tage verkürzen? Oder geht es darüber hinaus? Hat jemand einen seriösen Link dazu?
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  #864  
Alt 10.10.2020, 08:28
Jörn Jörn ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 8.925
5003!

Frankreich über 20.000. Alle Appelle und Maßnahmen dort bisher wirkungslos, obwohl man mit viel Fantasie eine langsame Abflachung der Kurve erkennen kann (eine Verlangsamung des Wachstums). Zu den Maßnahmen dort gehört sogar das Tragen einer Maske im Freien, was man als Verzweiflungstat betrachten könnte. Gastronomie, die keine Speisen verkaufen, wurde geschlossen.
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  #865  
Alt 10.10.2020, 10:02
Jörn Jörn ist offline
Administrator
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 8.925
Nach meiner Ansicht (die durchaus falsch sein kann) besteht bei „den Leuten“ womöglich eine falsche Sichtweise auf den Sommer. Der Sommer sollte uns nochmal eine Verschnaufpause gönnen, während wir den kommenden Herbst/Winter bereits im Visier haben. Es war auch eine Zeit der Vorbereitung für Industrie, Gesundheitswesen, Gastronomie und so weiter. Auch das Einüben und Testen von Verhaltensregeln gehörte dazu.

Wir hätten den Sommer halbwegs erholt und mit einer randvollen Waffenkammer verlassen müssen: Soll das Scheiß-Virus ruhig kommen! — Wir sind ja immerhin nicht blöd.

Aber anstatt im Sommer tief Luft zu holen für die bevorstehende Hürde, ist unsere Motivation bereits im Oktober am Ende. So klingt es jedenfalls in Talkshows und in Zeitungsartikeln. Die Leute wollen den Scheiß einfach nicht mehr — jedenfalls so viele, dass es nun zu den neuen Ausbrüchen kommt. Aber wo bleibt unsere gut gelaunte Motivation? Ganz am Anfang, da spürte man noch eine Aufbruchstimmung: Man erforschte Video-Konferenzen, wartete brav vor dem Supermarkt auf Einlass, oder man blieb einfach zu Hause. Viele dieser damaligen Einschränken haben wir durch Cleverness obsolet gemacht, sodass es heute sogar ein gutes Stück leichter ist als zu Beginn der Pandemie.

Wären wir eine Fußballmannschaft, die gleich raus auf den Rasen müsste — das wäre ein ziemlicher Jammer. Um Tore zu schießen, braucht man Schwung und Motivation! Man muss das Gefühl haben, dass man vorne liegt! Aber wir sitzen mit hängenden Köpfen in der Kabine und haben überhaupt keine Lust auf das Spiel. Wer so müde ins Turnier startet, braucht sich nicht zu wundern, wenn er nichts gewinnt.

Wir haben mindestens noch ein ganzes Jahr vor uns, vermutlich jedoch zweimal Herbst/Winter. Vor Mitte kommenden Jahres ist mit einem Impfstoff nicht zu rechnen, jedenfalls nicht in großen Stückzahlen. Und dann wird es eine Weile dauern, bis 20 oder 40 Millionen Bürger geimpft wurden. Zudem wissen wir nicht, ob dieser wundersame Impfstoff überhaupt so effektiv ist, wie wir hoffen, und ob er für alle Altersgruppen empfehlenswert ist.

Wir bräuchten jemand, der uns in der Kabine zur Halbzeit mal tüchtig den Kopf wäscht, uns aber auch motiviert für die nächste Halbzeit. Die letzten vier Wochen waren scheiße, und wir haben unseren Vorsprung verspielt — aber nun gehen wir da raus und schießen ein paar Tore!
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  #866  
Alt 10.10.2020, 10:50
mkummer mkummer ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 1.983
Persönlich gebe ich dir schon recht. Allerdings wird es schon schwieriger, wenn man die Situation im jeweiligen Umfeld ansieht. Meine beiden Orchester bereiten sich seit Anfang September unter Einhaltung massiver Hygieneregeln und mit grossem Aufwand für die Herbstkonzerte, die ebenfalls mit massiven Einschränkungen belastet sind, vor. Alle sehen das ein, - anders geht’s halt gar nicht. Durch die allgemeine und von Jörn angesprochene Rückläufigkeit der Akzeptanz trotz steigender Zahlen rückt die Gefahr einer Komplett-Schliessung der Säle näher und ein Ausfall wird wahrscheinlicher. Von den potentiellen Zuschauerzahlen (Wasserbug (noch) 200 - Grünwald 60 plus Spieler) her ist es sowieso ein absolutes Notprogramm. Natürlich wächst die Enttäuschung über die vielen Mitmenschen, die sich nicht an die sinnvollen und notwendigen Regeln halten und der Ärger, wegen des Leichtsinnes der anderen selbst die Minimal-Reste des Kulturbetriebes nicht mehr aufrecht erhalten zu können. In dieser Situation Schwung, Motivation und Optimismus zu erhalten, ist eine wirkliche Aufgabe.
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  #867  
Alt 10.10.2020, 12:13
QWallyTy QWallyTy ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 05.01.2008
Ort: tiefstes Sauerland
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Moin,

Frankreich ist glaube ich auch ein kulturelles Problem (wenn ich Bekannten glauben kann) spielt sich ein Großteil der Freizeit "des Franzosen" zumindest in größeren Städten in Bars, Restaurants, Cafes, … ab.

Wenn ich das recht interpretiere gibts da also weniger Selbstisolation / Quarantäne wie in D.

Ob das allein die katastrophalen Zahlen in FR erklären kann weiss ich aber auch nicht.
__________________
QWallyTy
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  #868  
Alt 10.10.2020, 12:16
McTenner McTenner ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.08.2020
Ort: Teutoburger Land
Beiträge: 167
Zitat:
Zitat von Jörn Beitrag anzeigen
Was genau ist gemeint mit "Behandlungsstrategien"? Sind es Medikamente, die einen milden Krankheitsverlauf um ein oder zwei Tage verkürzen? Oder geht es darüber hinaus? Hat jemand einen seriösen Link dazu?
Unter anderem diese Woche in einer Bundespressekonferenz der Regierung.
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  #869  
Alt 10.10.2020, 12:47
Jörn Jörn ist offline
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Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 8.925
@McTenner:

Ich habe diese Bundespressekonferenzen gesehen, sofern sie auf Phoenix übertragen wurden, z.B. vor ein paar Tagen mit Jens Spahn.

Worauf ich hinaus will: Manche Bürger haben sich in TV-Interviews so geäußert, dass sie sich aufgrund jugendlichen Alters nicht gefährdet sehen, und wenn sie erkrankten, dann wären sie eben nach zwei Wochen wieder gesund. (Vergleichbar mit einer Grippe.) — Mein Punkt ist nun, dass dies in zahlreichen Fällen nicht so ist, sondern die Erkrankungen sind auch bei fitten Menschen oft schwerer und nachhaltiger, als dies zu Beginn der Pandemie noch schien. Gerade die Schädigungen von Gefäßen kann einem jungen Menschen erstmal nichts ausmachen, es verkürzt aber das Leben u.U. um zehn Jahre. Man merkt es dann eben erst mit 60, wenn man nur noch eine Fitness hat wie andere mit 70.

Zweitens, dass unsere Behandlungsstrategie nicht die Qualität einer tatsächlichen Heilung hat (man nimmt ein Medikament und wird dadurch gesund), sondern dass es lediglich um flankierende Maßnahmen geht, die einen ohnehin milden Verlauf geringfügig abkürzen (Remdesivir). Aber es gibt derzeit kein heilendes Medikament — ansonsten würden wir es ja alle längst im Schrank haben. Was in den Klinken anstelle einer Heilung getan wird ist eine Art von Begleitung, oder eine Unterstützung von Sekundärkrankheiten, etwa Nierenversagen.

Zudem hat sich der falsche Eindruck eingestellt, dass ein Intensivpatient die Intensivstation in allen Fällen lebend verlassen würde. Oder dass es danach keine gravierenden Folgeschäden gäbe. Das ist, unabhängig von Corona, in vielen Fällen anders. Man kann die Lunge nicht einfach an- und abschalten wie einen elektrischen Blasebalg. Bei manchen Menschen ist es nicht sicher, ob eine Lunge überhaupt wieder „anspringt“, wenn sie mal längere Zeit nicht aktiv war. Bei meiner Mutter war das mal so. Da wurde uns gesagt, entweder springt die Lunge jetzt wieder an, oder eben nicht. Und wenn nicht, müssten wir Kinder entscheiden, wie lange die Maschine eingeschaltet bleibt. Wir hatten damals Glück, aber ich weiß seitdem, dass es ein hoch riskanter Eingriff ist.
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  #870  
Alt 10.10.2020, 12:58
McTenner McTenner ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.08.2020
Ort: Teutoburger Land
Beiträge: 167
Ja, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Covid19-Infektion heftiger verlaufen kann, ist offenbar immer noch höher als bei anderen Viruserkrankungen.

Ein wenig Mut gehört zum Leben schon dazu. Neben der erhöhten Vorsicht.
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