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Brüssel-Attentate: Wir müssen wieder mehr reden. - Seite 3 - Mac-TV.de
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  #21  
Alt 23.03.2016, 18:44
LeeBelle LeeBelle ist offline
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Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 43
Viele vergessen, dass es hier nicht um Statistiken geht und wie wahrscheinlich es ist, von einem Terroranschlag betroffen zu sein.
Es geht hier um Angst und die ist nicht rational und kaum kontrollierbar. Wenn Terroranschläge weit weg sind, dann trifft das nicht so sehr in unser primitives Angstzentrum im Gehirn, weil wir uns selbst nicht in Gefahr fühlen.
Die Angst nimmt nur durch Gewöhnung ab und leider ist es zum Alltag geworden, wenn von Toten im arabischen Raum berichtet wird. Wir stumpfen also ab. In Europa sind diese Ereignisse noch von singulärer Natur und deswegen erschüttert es uns so sehr.
Ich glaube, dass das mit der Zeit auch abnehmen wird und in den nächsten Jahren wird die Betroffenheit bei Terroranschlägen in Europa nicht mehr so groß sein.
Das ist übrigens der gleiche Mechanismus, der bei uns wirkt, wenn wir nicht mehr wahrnehmen, wie viele Menschen jeden Tag an Hunger sterben. Wir müssten jeden Tag trauern und betroffen sein und bei Thema Krieg auch jeden Tag Angst verspüren. Ein Leben wäre dann nicht möglich.

Der Islam wird für eine Ideologie missbraucht (z.B. den Wahhabismus) und letztendlich sind diese Terroranschläge eine Konsequenz daraus. Das zeigt uns die zerstörerische Kraft von Ideologien wieder einmal, wie schon seit Jahrhunderten zuvor. Ich will nicht allzu nihilistisch klingen, aber ich glaube wir müssen uns damit erstmal abfinden.
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  #22  
Alt 23.03.2016, 22:15
cordcam cordcam ist gerade online
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.04.2010
Beiträge: 2.524
Also, der Bombenanschlag in der Kölner Keupstraße war doch arg nah dran an uns. Ich konnte hier keine große Aufregung erkennen. Viele, die das jetzt lesen, müssen wahrscheinlich sogar erst einmal googlen gehen....

Insofern stimmt deine Theorie nicht so ganz. Hat halt nur ein paar Türken getroffen. Vielleicht war das ja das Entscheidende.....

Islamistische Terroranschläge sind keine Folge des Islam und seines Missbrauchs, sondern eine Folge davon, dass die CIA Al Quaida geschaffen hat, dass die USA einen Krieg zwischen Irak und Iran angezettelt hat (Nach dem sich das böse Volk im Iran gegen den von der USA unterstützten Schah und für einen Gottesstaat entschieden hat...), später den Irak im Chaos versinken ließ und auch beim arabischen Frühling ordentlich mitmischte, bis Libyen, Ägypten und vor allem Syrien im Chaos versanken.

Was das mit Religion zu tun haben soll, bleibt mir schleierhaft.

Geändert von cordcam (23.03.2016 um 22:34 Uhr).
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  #23  
Alt 23.03.2016, 22:24
Meta Meta ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 24.08.2010
Beiträge: 1.455
Zitat:
Zitat von cordcam Beitrag anzeigen
Außerdem sollten wir mehr über Autos reden. Ich habe viel mehr Angst vor Autos, als vor Terroristen.
Ich stimme dir zu. Auf einer rein materiellen Ebene ist der Terrorismus so gut wie wirkungslos: In Brüssel sterben ein paar dutzend Menschen. Das ist traurig, aber jeden Tag sterben tausendfach so viele Menschen an Krankheiten oder eben Autounfällen. Das durch letztere Ursachen entstehende Leid ist viel größer als das durch Terrorismus entstehende Leid, weil durch sie viel mehr Menschen ihr Leben verlieren. Darüber wird freilich längst nicht so viel berichtet. Also: Durch den Tod einiger weniger Belgier wird, so bedauerlich er auch ist, rein materiell von den Terroristen gar nichts erreicht, denn dieser Tod schmerzt rein materiell nicht.

Der Tod schmerzt aber psychisch. Terrorismus ist in erster Linie ein Kommunikationsmittel (Peter Waldmann). Terror löst Angst im Westen aus, das provoziert Vergeltungsmaßnahmen (Irakkrieg, mehr Relressionen gegen Muslime etc. pp.) und damit haben die Terroristen ihr eigentliches Ziel erreicht. Jetzt können sie sich nämlich als Opfer des Westens präsentieren, dadurch einen moralischen Vorteil erlangen und ihren Terror legitimieren und somit wieder mehr Unterstützung generieren. Terror wirkt psychisch, nicht physisch.

Daher meine These: Nötig ist in erster Linie, um den Terrorismus zu bekämpfen, dessen psychische Wirkung zu bekämpfen. Die Leute müssen weniger Angst vor Terror haben. Weniger Angst zu habe, wäre auch rational, denn durch Terrorismus zu sterben ist unendlich viel unwahrscheinlicher als durch etwa einen Autounfall zu sterben. Also: Wie gelingt es, dass die Leute weniger Angst vor Terror haben? Antwort: In erster Linie dadurch, dass weniger und vor allem weniger aufgeregt über Terrorismus in den Medien berichtet wird. Die hysterischen Dauerterrorsendungen sind der größte Erfolg des Terrors. Wenn sie generiert werden, haben die Terroristen gesiegt. Mein Vorschlag: Über Terror muss nüchterner und weniger berichtet, diskutiert und gesprochen werden (plötzliche Militärinterventionen, als "Sicherheitsmaßnahmen" titulierte Repressionen gegen religiöse Minderheiten etc. sind natürlich sowieso zu vermeiden). Auch der Politikwissenschaftler Herfried Münkler fordert das. Er nennt das die heroische Gelassenheit.
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  #24  
Alt 23.03.2016, 22:32
cordcam cordcam ist gerade online
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.04.2010
Beiträge: 2.524
*zustimm*
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  #25  
Alt 23.03.2016, 22:36
LeeBelle LeeBelle ist offline
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Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 43
Der islamische Terrorismus ist nicht wegen den USA entstanden, die haben diese Entwicklung nur befeuert und weiter voran getrieben. Der Ursprung liegt in den 70er Jahren. In dieser Zeit entwickelten die Führer in Saudi-Arabien eine neue Ideologien als islamisches Gegenmodell zum kapitalistischen Westen und kommunistischen Osten. Die Sojvets waren übrigens die ersten in Afghanistan in den 70ern und damals wurde auch die Idee der Selbstmordattentäter geboren, um im Krieg eine "günstige Waffe" zu haben (gegen die Sovejts). Also nicht immer alles auf die USA schieben!
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  #26  
Alt 23.03.2016, 22:41
Jörn Jörn ist gerade online
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Beiträge: 8.483
Ich denke nicht, dass es einen Selbstmord-Attentäter sonderlich interessiert, wie intensiv die Debatte darüber verläuft. Es geht darum, möglichst viele "Ungläubige" in den Tod zu reißen und die Infrastruktur zu treffen, die wir für unser Leben benötigen.

Die Motivation ist ausschließlich religiös.

Osama Bin Laden war reich -- er hatte keine wirtschaftlichen Gründe für seinen Terror. Er wollte die Ungläubigen aus dem "Geheiligten Land" vertreiben, und sie durch Terror dazu zwingen.

Die Paris-Attentäter waren Pariser und profitierten von einer gut funktionierenden Wirtschaft und dem Sozialsystemen usw. Sie wollten nicht das politische System verändern oder mehr Rechte einfordern. Sie wollten die Ungläubigen töten.

Gleiches gilt für die Belgier.

Das Besondere an den islamistischen Selbstmord-Attentätern ist, dass sie auf eine große Belohnung im Paradies hoffen. Das ist eindeutig religiös.
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  #27  
Alt 23.03.2016, 22:45
cordcam cordcam ist gerade online
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.04.2010
Beiträge: 2.524
Osama Bin Laden? Du meinst den, den die CIA ausbildete, mit Waffen und Geld versorgte, so dass er für sie gegen die bösen Russen kämpfen konnte?

DEN Selbstmord-Attentäter interessiert die nachfolgende Debatte tatsächlich nicht. Im Normalfall ist er dann nämlich naturgemäß tot....

Aber die Organisation braucht diese Debatte enorm. Denn sie beschert Zulauf. Was glaubst du, warum die sonst so prof. Videos herstellen?
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  #28  
Alt 23.03.2016, 22:48
Jörn Jörn ist gerade online
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Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 8.483
Ja, den meine ich. Du willst mir nicht ernsthaft einreden, dass er nicht religiös motiviert war?
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  #29  
Alt 23.03.2016, 22:52
cordcam cordcam ist gerade online
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Beiträge: 2.524
Ich will dir ernsthaft erklären, dass die USA seine Religiosität für sich zu nutzen wussten und sie ihn für ihre Zwecke radikalisierten.

Geändert von cordcam (23.03.2016 um 23:02 Uhr).
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  #30  
Alt 23.03.2016, 22:54
Jörn Jörn ist gerade online
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Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 8.483
Gut. Dann sind wir uns ja einig, dass religiöse Radikale eine potenzielle Gefahr darstellen, weil man nie weiß, wann sie durchdrehen.
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