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Mein Erlebnis mit den Flüchtlingen in Frankfurt (langer Text und Fotos) - Seite 3 - Mac-TV.de
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  #21  
Alt 13.12.2015, 12:04
cordcam cordcam ist gerade online
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.04.2010
Beiträge: 2.684
Ich findes es auch toll, dass Du Dich bemühst, eigene Erfahrungen zu machen.

Ich habe ja täglich mit Migranten zu tun und sehe das deutlich differenzierter. Dieser Artikel gibt das gut wieder:

http://www.sueddeutsche.de/politik/f...lfen-1.2774459

Die Männlichkeit, die da gelebt wird ist nicht die meine und ich erlaube mir, das für verachtenswert zu halten. Genauso, wie ich sie bei deutschen Männern verachte, die sie so leben.
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  #22  
Alt 13.12.2015, 13:08
Jörn Jörn ist gerade online
Administrator
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 9.078
Ich habe den verlinkten Artikel gelesen. Es wird beschrieben, dass manche Dinge nicht so glatt laufen, wie man es sich wünschen würde, und dass manche Flüchtlinge nur langsam verstehen, wie hier der Hase läuft, und dass sie von manchen Traditionen etwas Abstand nehmen müssen (etwa das Rollenverhältnis Mann-Frau). Es wird auch von Flüchtlingen berichtet, die das ruck-zuck verstanden haben und bereits ihr eigenes Geld verdienen und sogar mehrere Jobs angenommen haben, auch sonntags.

Ich wollte nicht behaupten, dass es keine Probleme geben wird. Natürlich wird es jede Menge Probleme geben.

Aber wenn man nicht in Panik geraten will, dann muss man die Probleme verorten (wo spielen sie sich ab?) und qualifizieren (wie schwerwiegend sind sie?).

Wo spiele sich die Probleme ab: Die Probleme sind erstmal die Probleme der Flüchtlinge. Wir können uns daran beteiligen, etwa als Helfer oder Nachbarn, aber im Großen und Ganzen bleiben es die Probleme der Flüchtlinge. Manche der Flüchtlinge werden eben keine Architekten und Ärzte werden -- aber ist das für mich ein Problem? Eigentlich nicht. Ich behalte ja meinen schönen Beruf. Wenn jemand keine Ausbildung macht und die Sprache nicht lernt, dann trägt er auch die Konsequenzen.

Wie schwerwiegend sind die Probleme: Meine Meinung ist, dass es unsere Gesellschaft nicht zerstören wird. Die Einflüsse auf uns sind gering. In dem Artikel wird beschrieben, wie schwierig es war, eine Frau in eine Ausbildung zu vermitteln. Ja, das ist für die deutschen Helfer frustrierend. Aber das Problem ist nicht schwerwiegend.

Die Zeit spielt eine große Rolle: Irgendwann wird die Familie schon rausbekommen, wie man in Deutschland vorwärts kommt. Sie werden von anderen Flüchtlingen lernen, die sich bereits ein besseres Leben leisten können. Und falls nicht, dann bedeutet das nicht, dass es für alle Flüchtlinge gilt und das Thema insgesamt gescheitert wäre.

Verhindern diese Probleme, dass wir friedlich zusammenleben? Nein.

Lassen wir den Leuten ein paar Jahre Zeit. Manche Dinge funktionieren noch nicht, weil wir noch nicht die richtige Infrastruktur geschaffen haben, aber wir sind bereits unterwegs. Es sind lösbare Probleme, für den Staat, für uns Deutsche und für die Flüchtlinge. Jetzt müssen wir einfach ein wenig am Ball bleiben.
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  #23  
Alt 13.12.2015, 13:14
Meta Meta ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 24.08.2010
Beiträge: 1.455
Na ja, wenn bestimmte Gruppen in der Bevölkerung Probleme haben, ist das nicht nur deren Problem, sondern letztendlich auch das der gesamten Gesellschaft (z.B. in puncto Sozialleistungen, die die anderen dann finanzieren müssen). Und dass die Flüchtlinge von sich aus nach einiger Zeit herausbekommen, "wie hier der Hase läuft", sehe ich auch nicht so optimistisch. Es gibt ja Parallelgesellschaften, deren Mitglieder nicht integriert sind, obwohl die teilweise schon jahrzehntelang in Deutschland leben.

Das alles wiederum heißt nicht, dass man die Probleme nicht bewältigen kann.
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  #24  
Alt 13.12.2015, 13:24
Jörn Jörn ist gerade online
Administrator
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 9.078
Dass wir für einen bestimmten Prozentsatz soziale Leistungen bezahlen, bedeutet nicht automatisch, dass es ein Problem ist. Ein Problem wäre es, falls wir das Geld nicht hätten, oder falls es eine unverschämt hohe Summe wäre.

Das Armenhaus Europas ist derzeit Bulgarien/Rumänien. Von dort kommen viele schlecht ausgebildete Menschen zu uns, und man hört eigentlich nichts gutes. Dennoch ist die finanzielle Bilanz positiv, nicht negativ. Der Staat nimmt durch diese Gruppe mehr ein, als er ausgibt. (Quelle: statistisches Bundesamt.)

Wenn man fair rechnen will, dann darf man nicht nur die Ausgaben berücksichtigen, sondern auch die Einnahmen.

Außerdem geht es hier um Kriegsflüchtlinge. Wollen wir nur die retten, die uns Geld bringen? Oder sind wir bereit, in dieser kritischen Situation etwas abzugeben? Was ist mit den Kindern? Die bringen uns kein Geld. Also?

Geändert von Jörn (14.12.2015 um 00:21 Uhr).
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  #25  
Alt 13.12.2015, 14:40
Meta Meta ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 24.08.2010
Beiträge: 1.455
Nee, denen muss man schon helfen. Wollte nur gesagt haben, dass sich die Anwesenheit der Flüchtlinge eben schon (im Negativen wie im Positiven) auf den Rest der Gesellschaft auswirkt und ich deshalb eben nicht der Ansicht bin, dass "die Probleme" (deine Worte) nicht nur "die Probleme der Flüchtlinge" sind, sondern letztendlich die Probleme aller. Integration spielt sich ja nicht im luftleeren Raum ab.
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  #26  
Alt 13.12.2015, 15:01
DieterK DieterK ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 05.04.2014
Beiträge: 30
Jörn Du bist spitze, man sollte Deinen Beitrag, in einer Deutschen Tageszeitung, der breiten Öffentlichkeit bekannt machen.
Zu den angeblichen Problemen die Flüchtlinge bereiten könnten, durch nicht gerechte Integration, kann ich nur sagen, daß es auch Innerhalb der Deutschen Gesellschaft viele Hartz 4 Empfänger gibt die sich nicht in den Arbeitsmarkt integrieren lassen.
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  #27  
Alt 13.12.2015, 15:36
Numaguggn Numaguggn ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.11.2012
Beiträge: 118
Das ist ja eine schräge Argumentation: Schaut, wir haben schon eine Problemgruppe, holen wir uns noch mehr Menschen dazu, die eine potentiell schlimmere Problemgruppe abgeben werden.

Wo ist die Vernunft hin? Und warum wird so viel vermischt? Menschen helfen? Fein, fein. Dann eben nicht den wenigen im Lichte hier. Im Zweifelsfall sind das nämlich diejenigen, die dort unten dringend gebraucht werden und sich selbst helfen können. Asyl gewähren? Auch gut. Nur warum wird das mit Migration vermengt? Für einen Asylanten dürfte das Thema Integration gar keine Rolle spielen, denn diese Gruppe muss ohnehin wieder zurück. Entsprechend unserer Gesetzgebung.

Nein, was ich sehe, ist so eine Art weichgespühlter Wannabee-Facebook-Humanismus einer ziemlich dekadenten Gesellschaft, die irgendwie keine Lust mehr hat, ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Aktiv gestalten heisst dann beim Thema Immigration Selektion. So wie es Kanada, die Schweiz, Norwegen oder Australien praktizieren.

Und das ist auch vollkommen okay. Denn das ist eine andere Baustelle als das Thema Asyl. Aber schon das Wort Selektion ist irgendwie wieder ziemlich Autobahn und das geht gar nicht. Dabei macht jeder Unternehmer nichts anderes, wenn er Arbeitskräfte aufgrund ihrer Qualifikation und Bewerbungsunterlagen sichtet und manchen auch eine Absage erteilen muss.

Mich verwundert es sehr, dass viele nicht realisieren, dass man —selbst mit der größten Kreativität— aus zufällig zugeteilten Lego-Bausteinen immer etwas Minderwertigeres bauen wird, als die andere Gruppe, die ein konkretes Gebilde plant und sich dann die Steinchen gezielt aussucht.
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  #28  
Alt 13.12.2015, 15:42
Meta Meta ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 24.08.2010
Beiträge: 1.455
Jo, da stimme ich dir voll zu. Die praktische Realität ist ja aber (leider), dass gar nicht zwischen Asyl und Migration getrennt wird, eben weil die Asylanten oftmals für zig Jahre nicht in ihre Heimatländer zurück können und demnach trotzdem irgendeine Form der Integration stattfinden muss und letztendlich dadurch die Trennung aufgehoben wird. Aber ein Einwanderungsgesetz mit Punktesystem nach dem Vorbild Kanadas ist auf jeden Fall nötig.
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  #29  
Alt 13.12.2015, 17:15
Nemopastor Nemopastor ist offline
Benutzer
 
Registriert seit: 26.08.2011
Beiträge: 97
Die Menschen kommen zum großen Teil aus Kriegsgebieten, können in ihrer Heimat nichts ausrichten und auch nicht dort bleiben. Qualifikation darf niemals das einzige Kriterium sein, Menschen aufzunehmen. https://www.youtube.com/watch?v=W0oDjqvZozQ
Und Äußerungen wie "Minderwertig" und "Selektion" in diesem Zusammenhang bereiten mir tatsächlich große Sorgen und muten fast Höckeesk an. "Weichgespühlter Wannabee-Facebook-Humanismus" ist schlicht und ergreifend eine Frechheit - vor allem denjenigen gegenüber, die aktiv eine Begegnungskultur pflegen.
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  #30  
Alt 13.12.2015, 19:12
Karstenvw Karstenvw ist offline
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 05.01.2008
Beiträge: 27
sehr cool!!
__________________
PowerMac G5 : MacBook : iPod Touch
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