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Jörn 15.10.2021 16:22

Ist das nicht die Art und Weise, wie Missinformation auf Twitter verbreitet wird? Man postet einen Link (den niemand lesen oder allenfalls überfliegen wird), fügt eine geheimnisvoll-verschwörerische Zeile hinzu, und spekuliert darauf, dass der Leser die gewünschten Schlüsse ziehen wird.

Die Behauptung, die staatlichen Forderungen würden schon losgehen, ist Fake-News. Weder gibt es eine staatliche "Forderung" aus England, noch gab es von dort eine Forderung speziell an Apple.

In dem Artikel geht es in keiner Silbe darum, dass irgendein Staat bei Apple angeklopft hätte, um von Apple irgendwelche Informationen oder Zugänge zu erhalten.

Sondern es ist einfach ein Wettbewerb für Firmen und Erfinder, wie man trotz (!!!!) Verschlüsselung eine Verbesserung des Kinderschutzes erreichen könnte. Teil des Wettbewerbs besteht also darin, die Verschlüsselung aufrecht (!) zu erhalten.

Die Analogie mit dem Mauerbau ist genau das Gegenteil dessen, was tatsächlich bei Apple passiert ist. Apple hat keineswegs die Leute mit falschen Dementis in die Irre geführt. Sondern Apple hat im Detail dargelegt, was sie vorhaben. Sie haben es keineswegs abgestritten oder vertuscht. Apple hat zudem Möglichkeiten zur Prüfung durch Dritte geschaffen.

Neo 15.10.2021 19:48

Die Mauer ... da muss ich doch gleich wieder an Pispers denken, hier ab Minute 8:
https://youtu.be/CMdWSG62Sro

woreich 15.10.2021 21:03

Zitat:

Zitat von Jörn (Beitrag 268026)
Sondern es ist einfach ein Wettbewerb für Firmen und Erfinder, wie man trotz (!!!!) Verschlüsselung eine Verbesserung des Kinderschutzes erreichen könnte. Teil des Wettbewerbs besteht also darin, die Verschlüsselung aufrecht (!) zu erhalten.

Das ist kein Wettbewerb. Der Mechanismus und Ort zur Einsichtnahme in Dokumente lokal auf einem Rechner/Smartphone wird von Schadsoftware (illegal) und Polizeisoftware (legal) schon lange genutzt. Der Unterschied zu Apples Ansatz ist, dass es sich bisher um extra installierte (und versteckte) Software gehandelt hat, die im günstigsten Fall durch richterliche Anordnung auf Grund eines Tat- oder Anfangsverdachts angewandt wurde. Für Trojaner etc. gilt dies natürlich nicht.
Durch lokale Unterbringung dieser Software ist es möglich, Speicherinhalte auszulesen, die bei der Bearbeitung im Klartext vorliegen. Anschließend sind sie wieder verschlüsselt gespeichert und bei ernsthafter Anwendung des Verschlüsselungsverfahren absolut unabhängig von irgendwelchen Verschlüsselungsdiensten von z.B. Cloudanbietern und damit nicht mehr lesbar.

Und nun maßt sich Apple an, genau so einen Mechanismus als Systembestandteil zur anlasslosen Überwachung von Inhalten seiner Nutzer lokal zu implementieren. Gut, dass das nur mit alten Kinderpornos funktioniert, betonen die Vorsitzenden, präsentieren leutselig bunte Grafiken und beteuern hehre Absichten. Es gilt, das Geschäftsmodell nicht selbst zu stören.

Alle nassfeuchten Träume sämtlicher neugieriger Behörden und Dienste weltweit werden wahr, müssen Sie doch noch nur noch durchblicken lassen: "Überwachung freigeben, sonst nix Business hier und Du Knast". Passende Gesetze hierfür gibt es in den USA und anderswo zur Genüge.

Sobald dieser Mechanismus läuft, ist es mit jedweder Privacy, ob lokal, in der Cloud, via VPN, TOR usw. restlos vorbei. Es wird dann völlig egal sein, ob da noch was auf lokalen Speichern verschlüsselt wird oder nicht.

Jörn 15.10.2021 21:33

Zitat:

Zitat von woreich (Beitrag 268028)
Das ist kein Wettbewerb.

Das ist sachlich falsch. Es ist ein Wettbewerb. Es geht in dem Artikel darum, dass ein Preis gestiftet wurde für Erfinder oder Firmen. Wörtlich heißt es in dem Text:
"Today I am launching a new Safety Tech Challenge Fund. We will award five organisations from around the world up to £85,000 each to develop innovative technology to keep children safe in environments such as online messaging platforms with end-to-end encryption. Applications open today, with a deadline of 6 October. The Fund will run for five months from November 2021. Technologies will be evaluated by independent academic experts."
"Challenge" = "Wettbewerb"

Du sagst, es sei kein Wettbewerb. Aber in dem Text steht, es ist ein Wettbewerb mit einem Preisgeld von 85.000 Pfund.


Zitat:

Zitat von woreich (Beitrag 268028)
Durch lokale Unterbringung dieser Software ist es möglich, Speicherinhalte auszulesen, die bei der Bearbeitung im Klartext vorliegen.

Jede Software kann lokale Speicher auslesen. Es ist nicht wahr, dass es bisher nicht möglich gewesen wäre, lokale Speicherinhalte auszulesen.

Wahr ist, dass Apple es in den letzten Jahren massiv erschwert hat, dass Apps einen so simplen Zugriff auf alle Daten haben. Deswegen werden wir seit einiger Zeit laufend gefragt, ob wir einer App den Zugriff auf diese oder jene Daten erlauben.

Wahr ist außerdem, dass alle Upload-Apps von größeren Diensten (z.B. von Youtube oder Flickr) prüfen, was hochgeladen wird. Und zwar auch vor dem Upload und lokal auf dem Gerät. Unwahr ist, dass Apple dies plötzlich erfunden hätte, und dass alle anderen Dienste ungeprüfte Uploads erlauben würden.


Zitat:

Zitat von woreich (Beitrag 268028)
Alle nassfeuchten Träume sämtlicher neugieriger Behörden und Dienste weltweit werden wahr, müssen Sie doch noch nur noch durchblicken lassen: "Überwachung freigeben, sonst nix Business hier und Du Knast". Passende Gesetze hierfür gibt es in den USA und anderswo zur Genüge.

Fake News? Mir ist nämlich kein Gesetz in den USA bekannt, welches Apple anweisen würde, eine "Überwachung freizugeben". Du behauptest, es gäbe solche Gesetze in den USA bereits zur Genüge. Bitte nenne sie mir.


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