Wie versorgt man zwei Milliarden Siri-Kunden?
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Gar nicht. Es gibt schlicht keinen Anbieter, der so viele Anwender mit der neues Version von Siri versorgen könnte. Google Gemini, die Grundlage von Siri AI, ist dabei vermutlich noch ganz gut aufgestellt. Erstens wegen der großen Kapazität von Googles Serverfarmen; zweitens wegen der sehr effizienten Modelle, die für einfache Anfragen ausreichen.
Dennoch musste sich auch Google an Elon Musk wenden, um zusätzliche Rechenkapazität zu kaufen. Pro Monat zahlt Google etwa 1 Milliarde Dollar an SpaceXAI. Das muss nicht direkt mit Siri AI zu tun haben, aber Kapazitäten sind offenbar auch bei Google knapp, so viel ist sicher.
Deswegen, man hat es bereits gelesen, soll es offenbar auch bei den finalen Versionen von iOS und macOS dabei bleiben, dass die Anwender sich in eine Warteliste eintragen müssen. In Europa ist Siri AI immerhin auf dem Mac verfügbar.
Es ist natürlich jedem Leser klar, dass der Ansturm bei einem so prominenten Feature überhaupt nicht vergleichbar ist mit dem späteren, gemächlichen Gebrauch. Es wird deswegen auch kein fachkundiger Beobachter ernsthaft Kritik daran üben, außer vielleicht ein bisschen nörgeln.
Jedoch: Apple hat nunmal zwei Milliarden Kunden. Entweder ist die Kapazität dafür vorhanden oder nicht. Zum Vergleich: Apple verarbeitet an Silvester unfassbare Mengen an iMessage-Nachrichten. Niemand hielte es für akzeptabel, wenn Apple an Silvester einen Fortschrittsbalken anzeigen würde, der bis in die nächste Woche reicht.
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Die Zahl von zwei Milliarden Kunden ist so gewaltig hoch, dass selbst ein moderater Gebrauch sehr wahrscheinlich zu den größten Server-Projekten aller Zeiten gehört. Irgendwann werden alle diese Kunden freigeschaltet sein. Was dann?
Man liest oft, wie clever es von Apple sei, im Rennen um die größten Rechenzentren gar nicht erst an die Startlinie zu treten. Aber woher kommt nun die benötigte Kapazität? Google wirft auf seiner Webseite frohgemut mit KI-Antworten um sich, kostenlos, und blitzschnell. OpenAI bedient eine Milliarde Kunden, bei Meta sind es zwei. Sie vergrätzen die Kunden nicht mit einer Warteliste. Hätte Apple also doch etwas mutiger sein sollen beim Ausbau der eigenen Datencenter?
Vielleicht werden wir uns daran gewöhnen müssen, dass Anfragen an Siri AI teilweise recht langsam verlaufen. Man hat in den Demos bereits auffällige Wartezeiten gesehen, und das lag vermutlich nicht an der Vielzahl der Anwender. Vielleicht wird es auch öfters Meldungen geben, dass Siri AI gerade nicht verfügbar ist. Oder es wird kaschiert mit einem Rückfall auf eine einfache Web-Suche.
Oder hat Apple einfach Glück? Vielleicht sind die meisten Anfragen so simpel, dass man sie auch on-device verarbeiten kann, und nur ein kleiner Teil braucht etwas Intelligenz. Die meisten Apple-Anwender benutzen Siri doch ohnehin nur für simple Aufgaben wie z.B. »Berechne den Horizontalkoeffizenten H für die Tangentialkomponente T bei einer Ordnungszahl von 4 im mehrdimensionalen Raum« — letztlich Dinge, die man beim Autofahren schnell wissen muss, oder weil man grad mit jemandem diskutiert.
Es sei denn, man hat seine Wohnung mit HomeKit-Lichtschaltern ausgestattet! Dann gibt es wirklich sehr komplexe Anfragen, bei denen die KI teilweise zehn Minuten oder länger nachdenken muss, beispielsweise: »Hey Siri, wie geht hier das Licht an?« — »Hallo!« — »Ist da niemand?« — »Ich brauche Licht. Hallo.« Aber das sind theoretische Grenzfälle.
Wenn es wirklich dauerhafte Engpässe geben sollte, dann wird es vermutlich ein Jahr dauern, bis sie milder werden, und drei Jahre, bis sie beseitigt sind. Die vielen neuen Datencenter, die aktuell in Planung oder im Bau sind, werden in den Jahren 2028 bis 2030 ans Netz gehen.
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