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MapQuest profitiert vom Streit um „Lake America“


MapQuest meldet einen starken Nutzungs- und Downloadanstieg, nachdem der Kartendienst den Ontariosee weiterhin „Lake Ontario“ nennt und nicht in „Lake America“ umbenannt hat.

MapQuest teilte mit, dass seine Karten am 30. August rund 50-mal häufiger genutzt worden seien. Seit Donnerstag hätten mehrere hunderttausend Menschen die Apps für iPhone und Android heruntergeladen.

In den Ranglisten des App Store steht die Anwendung in Kanada auf Platz eins der kostenlosen iPhone-Apps. In den USA erreicht sie Platz vier.

Hinter dem Aufschwung steht die Entscheidung des Dienstes, den Namen des Ontariosees nicht zu ändern. US-Präsident Donald Trump hatte angeordnet, den See in den Vereinigten Staaten künftig „Lake America“ zu nennen. MapQuest zeigt weiterhin „Lake Ontario“.

MapQuest-Manager Doug Berger erklärte, das Unternehmen habe denselben Ansatz gewählt wie beim Streit um die Bezeichnung des Golfs von Mexiko. Man wolle den Menschen eine App mit den Namen anbieten, die sie kennen.

Google Maps verwendet für Nutzer in den USA inzwischen „Lake America“. Die Bezeichnung kann regional unterschiedlich ausfallen. Apple Maps zeigt in den USA dagegen weiterhin „Lake Ontario“.

US-Innenminister Doug Burgum sagte, Trump habe Apple direkt wegen der möglichen Änderung kontaktiert. Burgum vermutet deshalb, dass eine Anpassung in Apple Maps bevorstehen könnte. Eine entsprechende Ankündigung von Apple liegt damit nicht vor.

Apple hatte den Golf von Mexiko nach einer ähnlichen Anordnung bereits als „Golf von Amerika“ bezeichnet. Beim Ontariosee ist die Änderung bislang ausgeblieben.

Der See liegt zwischen der kanadischen Provinz Ontario und dem US-Bundesstaat New York. In Kanada bleibt die traditionelle Bezeichnung bestehen. Ontarios Premierminister Doug Ford ließ am Ufer ein Plakat mit dem Satz „Lake Ontario. Now and always.“ aufstellen.

Die unterschiedlichen Kartenbeschriftungen machen den politischen Streit für Nutzer direkt sichtbar. Google Maps verwendet in den USA den neuen Namen, während Apple Maps und MapQuest dort weiterhin „Lake Ontario“ anzeigen.

Quellen:
MapQuest-Pressemitteilung bei Business Wire
Apple App Store, Kanada
Apple App Store, USA
Reuters