Apple: Ex-Mitarbeiter nutzte Schaltplan bei OpenAI und ließ KI-Agenten damit arbeiten
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Apple hat in seinem Rechtsstreit mit OpenAI neue forensische Ergebnisse vorgelegt. Der frühere Apple-Ingenieur Chang Liu soll einen vertraulichen Schaltplan bei OpenAI in LTspice genutzt und einen KI-Agenten für die Simulation eingesetzt haben.
Apple hatte den Schriftsatz mit den Untersuchungsergebnissen im laufenden Verfahren gegen OpenAI und mehrere Personen eingereicht. Im Mittelpunkt steht ein MacBook, das Liu nach seinem Wechsel zu OpenAI weiter genutzt hatte und das seine Anwälte Apple später übergaben.
Apple führt vier Punkte aus der ersten forensischen Analyse an. Liu soll einen vertraulichen Apple-Schaltplan heruntergeladen und bei OpenAI eingesetzt haben. Außerdem sollen Liu und weitere OpenAI-Beschäftigte von seinem unbefugten Zugriff auf Speicher eines Drittanbieters gewusst haben.
Weiter behauptet Apple, Liu habe nach Kenntnis der internen Untersuchung eine OpenAI-Kollegin zur Vernichtung von Beweismitteln aufgefordert. Die Kollegin habe dem laut Apple zugestimmt. Zusätzlich habe Liu bei OpenAI ein Werkzeug genutzt, dessen Bezeichnung mit einer internen Apple-Anwendung für Entwicklungsarbeiten übereinstimme.
Der Schaltplan soll im März in LTspice verwendet worden sein. Dabei handelt es sich um ein Programm für Simulationen elektrischer Schaltungen. Liu habe in Nachrichten beschrieben, dass ein KI-Agent LTspice ausführen, Ergebnisse prüfen und einen Parameter anpassen konnte.
Apple argumentiert, die Einspeisung eines Geschäftsgeheimnisses in einen lernenden KI-Agenten könne eine schwer rückgängig zu machende weitere Nutzung auslösen. Diese Einschätzung stammt aus Apples Antrag und stellt keinen abschließenden gerichtlichen Befund dar.
Nach Apples Darstellung wurde der Schaltplan auf einem Mac mini verwendet. Das Gerät soll später über iCloud mit dem MacBook synchronisiert worden sein. Apple beantragt deshalb auch Zugriff auf den Mac mini und auf weitere Geräte, die Liu noch besitzen soll.
Apple sieht in den Daten einen Beleg dafür, dass seine Geschäftsgeheimnisse aktiv verwendet worden sein könnten. Zugleich sollen sie die Behauptung stützen, dass Beweismittel vernichtet wurden. Das Unternehmen will deshalb eine beschleunigte Beweisaufnahme mit früher Dokumentenherausgabe und Vernehmungen wichtiger Beteiligter.
OpenAI beantragt die Abweisung der Klage. In einer öffentlichen Stellungnahme wies das Unternehmen Apples Vorwürfe zurück. OpenAI erklärte, keine Apple-Geschäftsgeheimnisse zu besitzen oder an ihnen interessiert zu sein.
Die Anhörung vor Richter Edward J. Davila ist für den 1. Oktober 2026 angesetzt. Die Vorwürfe gegen Liu und OpenAI sind damit weiterhin Gegenstand des laufenden Rechtsstreits.
Quellen: Apples Schriftsatz im Verfahren Apple Inc. v. Liu et al. OpenAI: öffentliche Stellungnahme zum Rechtsstreit mit Apple
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