Entwickler können den Scharnierwinkel des iPhone Duo laut Craig Federighi mit einer Genauigkeit von etwa fünf Grad auslesen oder vorgegebene Gerätestellungen abfragen.
Im Interview mit Donald Decodes erklärt Apples Softwarechef, warum die meisten Apps dafür keinen exakten Winkel benötigen. Sie können stattdessen erfahren, ob das Gerät in Buch-, Tisch- oder Zeltposition steht. Apples Frameworks können dann automatisch reagieren und die Darstellung über Apps hinweg einheitlich halten.
Federighi sagt: „For most developers […] we’re focused on communicating the pose of the device: are you in book pose, on-table pose, tent pose? Developers don’t have to work with how many degrees open it is. By communicating the pose, the frameworks can react automatically and deliver a consistent experience across apps. But for creative experiences, like our own animation, developers can get closer to the raw information […]“ Auf Deutsch: Für die meisten Entwickler stehe die Gerätestellung im Mittelpunkt. Sie müssten nicht mit dem genauen Öffnungswinkel arbeiten. Frameworks könnten anhand der Stellung automatisch reagieren. Für kreative Anwendungen seien auch genauere Scharnierdaten zugänglich.
Apple nutzt den Winkel selbst für den Übergang zwischen den Displays beim Öffnen. Federighi beschreibt die Idee so: „The goal was not a fancy animation you’d think about, but something you’d perceive automatically: the screen becomes translucent, a window to what’s below. Fundamental to the device is continuity between your experience when it’s closed and what you find when you open it. Seeing through the screen above to what’s about to be revealed below eases that journey in the most natural way. We’re really delighted with how it came out. It’s subtle but magical.“ Auf Deutsch: Die Animation solle nicht bewusst auffallen. Der äußere Bildschirm wirke durchscheinend und gebe eine Vorschau auf das Innendisplay. Das solle den Wechsel vom geschlossenen zum geöffneten Gerät erleichtern. Federighi nennt das Ergebnis dezent, aber magisch.
Auch bei anderen Sensordaten sieht Federighi Raum für eigene Ideen: „We have a long history of exposing gyroscope and accelerometer data to developers, and they’ve made really interesting use of it over time. One of the ways this device expresses itself is through its poses and the hinge, and we’re excited to see what developers do with it.“ Auf Deutsch: Apple stelle Entwicklern schon lange Daten von Gyroskop und Beschleunigungssensor bereit. Diese hätten sie vielfach interessant genutzt. Nun sei Federighi gespannt, was mit Gerätestellungen und Scharnier möglich werde.
Zur Anpassung bestehender Apps sagt er: „We’ve built our platform on high-level frameworks like UIKit and SwiftUI that abstract away many of the harder layout problems, so apps often inherit new behaviors automatically. Over time we’ve added more high-level constructs that adapt automatically, which makes this transition nearly automatic for many developers.“ Auf Deutsch: UIKit und SwiftUI nähmen Apps viele schwierige Layoutfragen ab. Neue Verhaltensweisen kämen deshalb oft automatisch hinzu. Für viele Entwickler werde die Umstellung dadurch nahezu automatisch. Apple unterstützt laut Federighi außerdem agentische Programmierwerkzeuge, die bestehende Apps weitgehend selbstständig anpassen können.
Dass Apple Schnittstellen für verschiedene Display- und Faltzustände bereitstellt, war bereits bekannt. Neu sind Federighis Angaben zur Genauigkeit und zur Wahl zwischen Winkelwert und Gerätestellung.
Quelle:
Craig Federighi im Interview mit Donald Decodes