★ MacBook Pro PROLED XDR: Warum Touch und kein Mobilfunk?
Apple hat das neue MacBook Pro mit PROLED XDR Display und Touchfunktion auf den Markt gebracht. Die Preise sind hoch, die Technik ist beeindruckend. Doch gerade bei einem teuren Gerät stellt sich die Frage, ob die Neuerungen den eigenen Alltag tatsächlich verbessern. Ist ein Touchdisplay das, was bisher gefehlt hat?
Wenn ich die Kommentare im Netz durchsehe, begegnet mir besonders häufig ein anderer Wunsch: eine Option für eingebauten Mobilfunk. Viele Anwender hatten gehofft, dass Apple mit dieser Generation ein neues Kapitel aufschlägt. Endlich ein MacBook Pro, das auch ohne WLAN und zusätzliche Geräte ins Internet kommt.
Mit dem PROLED XDR Display lässt sich das MacBook Pro auch per Touch bedienen. · Apple
Beim iPad längst selbstverständlich
Beim iPad gibt es diese Möglichkeit seit Langem. Ich kenne einige Nutzer, die darauf schwören und sich nie wieder ein iPad ohne Mobilfunk kaufen würden. Warum fehlt diese Option ausgerechnet beim MacBook Pro? Für viele ist es das wichtigste Werkzeug zum mobilen Arbeiten.
Apples Gründe kenne ich nicht. Einige mögliche Erklärungen lassen sich aber durchgehen.
Vielleicht geht Apple davon aus, dass zu wenige Kunden Mobilfunk im Laptop benötigen. Allerdings stellt sich diese Frage beim iPad ebenso. Dort überlässt Apple den Kunden die Entscheidung, ob ihnen die zusätzliche Freiheit den Aufpreis wert ist. Beim MacBook Pro wäre eine solche Wahlmöglichkeit ebenfalls naheliegend.
USB-Sticks bleiben eine Behelfslösung
Ein anderer Gedanke: Eine Touchfunktion muss von Anfang an im Gerät stecken. Mobilfunk lässt sich dagegen nachrüsten, etwa mit einem USB-Surfstick. Solche Geräte sind vergleichsweise günstig und in zahlreichen Varianten erhältlich.
Das löst das Problem grundsätzlich, bringt aber eigene Nachteile mit. Am Laptop hängt ein zusätzliches Teil, das man einpacken, anschließen und im Blick behalten muss. Ein herausragender Stick kann im Weg sein, verloren gehen oder bei einer unachtsamen Bewegung beschädigt werden. Für mich fühlt sich das nach einer Behelfslösung an. Bei einem Premiumgerät würde ich mir eine elegantere Integration wünschen.
Vielleicht ist diese Form der Nachrüstung inzwischen so selbstverständlich, dass Apple keinen Anlass sieht, etwas daran zu ändern. Aber gerade bei einer neuen Generation darf man fragen, ob das noch dem Anspruch des Geräts entspricht.
Die Anschlüsse des MacBook Pro erlauben den Einsatz von Zubehör. Ein Surfstick wäre ein weiteres Teil am Gerät. · Apple
Das iPhone hilft aus – auf Kosten seines Akkus
Die überzeugendste Erklärung könnte das iPhone sein. Über dessen persönlichen Hotspot kommt ein MacBook auch unterwegs ins Netz. Passend eingerichtet kann die Verbindung sogar automatisch entstehen, wenn kein bekanntes WLAN verfügbar ist.
Ich nutze das gelegentlich. Die automatische Verbindung klappt bei mir zwar nicht immer zuverlässig. Wenn sie funktioniert, ist sie allerdings ausgesprochen bequem: MacBook aufklappen, ein paar Sekunden warten, online sein. So mühelos wünscht man sich die Nutzung.
Der Haken ist der Energieverbrauch. Nach meiner Erfahrung beansprucht der Hotspot den iPhone-Akku deutlich. Bei längerer Nutzung schließe ich das Telefon deshalb möglichst an eine Stromquelle an, zur Not direkt ans MacBook. Aus der drahtlosen Verbindung wird dann doch wieder ein kleines Arrangement aus zwei Geräten und einem Kabel.
Für den gelegentlichen Einsatz ist das eine gute Lösung. Wer regelmäßig unterwegs arbeitet, könnte von eingebautem Mobilfunk trotzdem profitieren. Das MacBook wäre selbstständig online. Das iPhone müsste dafür weder in der Nähe sein noch seinen Akku zur Verfügung stellen.
Wer regelmäßig unterwegs arbeitet, könnte von einem MacBook mit eigener Mobilfunkverbindung profitieren. · Apple
Warum lässt Apple den Kunden nicht die Wahl?
Möglicherweise betrachtet Apple den iPhone-Hotspot bereits als ausreichende Antwort auf diesen Bedarf. Vielleicht spielt auch der Wunsch eine Rolle, Kunden enger an das eigene Geräteangebot zu binden. Das bleibt allerdings Spekulation. Eine nachvollziehbare Begründung für die fehlende Wahlmöglichkeit ergibt sich daraus für mich jedenfalls nicht.
Fazit: Touch und Mobilfunk könnten sich ergänzen
Touchdisplay und Mobilfunk muss man gar nicht gegeneinander ausspielen. Beides erfüllt unterschiedliche Aufgaben und könnte problemlos zur selben Produktgeneration gehören. Die Touchfunktion erweitert die Bedienung. Eingebauter Mobilfunk würde das mobile Arbeiten erleichtern.
Bei einem so teuren Arbeitsgerät erscheint mir der Wunsch nach einer Mobilfunkoption deshalb naheliegend. Es müsste sie nicht jeder kaufen. Aber wer sie braucht, sollte sie wählen können.