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Time4Popcorn: Forscher stoppen riskanten Update-Prüfer


Eye Research hat den riskanten Update-Prüfer von Time4Popcorn auf zahlreichen Macs und Windows-PCs deaktiviert. Die Forscher nutzten dafür den Update-Mechanismus der alten Streaming-App.

Der Prüfer suchte bei jedem Systemstart nach Updates, selbst wenn die App jahrelang nicht geöffnet wurde. Dafür kontaktierte er Adressen über eine unverschlüsselte Verbindung. Nach dem Ende des Projekts waren einige dieser Adressen verwaist oder bereits in andere Hände gelangt.

Wer eine Adresse übernahm, hätte darüber Schadsoftware verteilen können. Der Updater prüfte die heruntergeladenen Pakete nicht und lief auf Macs mit weitreichenden Root-Rechten.

Eye Research schätzt, dass 250.000 bis 350.000 Macs betroffen waren. Die meisten gehörten offenbar Privatleuten, doch auch Geräte in Regierungs- und Militärnetzwerken waren darunter. Hinweise auf eine Ausnutzung durch Kriminelle fanden die Forscher nach eigenen Angaben nicht.

Update gegen den Updater

Eye Research übernahm einen Teil der verwaisten Adressen und lieferte darüber ein eigenes Update aus. Dieses schaltete den Update-Prüfer dauerhaft ab. Insgesamt deaktivierten die Forscher ihn auf mehr als einer Million Macs und Windows-PCs. Die kontrollierten Adressen übergaben sie anschließend an die gemeinnützige Shadowserver Foundation.

Einige Update-Adressen blieben allerdings außerhalb ihrer Kontrolle. Zudem beseitigt die Maßnahme nicht die übrigen Schwachstellen der App. Time4Popcorn verwendet eine Chrome-Engine aus dem Jahr 2014 und läuft ohne Sandbox. Deshalb dürfte die App zahlreiche alte Sicherheitslücken aufweisen. Eye Research empfiehlt, sie zu deinstallieren.

Time4Popcorn war eine inoffizielle Weiterentwicklung von Popcorn Time und wurde unter dessen Namen verbreitet. Nutzer erkennen daher möglicherweise nicht sofort, ob ihre installierte Version betroffen ist.

Quelle:
Eye Research