Die ersten Tests des neuen iPad mini sind da. OLED-Display, geringeres Gewicht und viel Leistung überzeugen. Bei ProMotion und Preis gehen die Meinungen auseinander. Wir zeigen, wo die Tester Vorteile sehen und welche Kompromisse bleiben.
Design: Kleiner Aufwand beim Tragen, großer Unterschied beim Halten
Das iPad mini der achten Generation kommt am 6. November in den Handel. Sein Gehäuse ist 5,4 Millimeter dünn. Die WLAN-Version wiegt 255 Gramm, beim Vorgänger waren es 293 Gramm.
Chance Miller und Dan Barbera loben, wie angenehm das neue Modell in der Hand liegt. John Voorhees beschreibt die Unterschiede zurückhaltender: Dünneres Gehäuse und weniger Gewicht fielen vor allem im direkten Vergleich auf. Die glatteren Kanten machten das Halten aber bequemer.
Die schmaleren Ränder schaffen Platz für 8,5 statt 8,3 Zoll. Die Grundfläche bleibt dabei nahezu gleich. Bei der Farbauswahl beschränkt sich Apple diesmal auf Mitternacht und Polarstern.
Display: OLED begeistert, 60 Hz spalten die Tester
Beim Bild sind sich die Tester weitgehend einig. Der Wechsel zu OLED bringt kräftige Farben, tiefe Schwarzwerte und deutlich mehr Kontrast. Voorhees lobt besonders Filme, Spiele und die scharfe Darstellung beim Lesen. Die Helligkeit steigt auf 600 Nits, bei HDR sind bis zu 1200 Nits möglich.
ProMotion fehlt allerdings weiterhin. Miller ärgert sich deutlich über die Begrenzung auf 60 Hz. Bewegungen wirkten zwar flüssiger als beim alten LCD, erreichten aber nicht das Niveau eines ProMotion-Displays. Auch David Pierce kritisiert den Unterschied beim Scrollen.
Jason Snell und Voorhees gewichten das anders. Beide nutzen Geräte mit ProMotion, vermissten die höhere Bildwiederholrate beim mini im Alltag aber kaum. Voorhees empfiehlt empfindlichen Anwendern einen eigenen Vergleich vor dem Kauf. Das vom iPad mini 6 bekannte „Jelly Scrolling“ konnte er im direkten Test beim neuen Modell nicht feststellen.
Nanotexturglas gibt es optional bei 256 und 512 GB. Miller schätzt die geringeren Spiegelungen unterwegs und beim Lesen. Snell weist stärker auf den Nachteil hin: Die tiefsten Schwarzwerte gingen dabei verloren. Ohne störende Reflexionen würde er deshalb darauf verzichten.
Das iPad mini im handlichen Format. · Apple
Leistung: Viel Reserve, Unterschiede beim Spitzenmodell
Der A20 Pro lässt in den Tests wenig Wünsche offen. Barbera beschreibt selbst Spiele, Multitasking sowie Foto- und Videoschnitt als sehr flott. Miller rät dazu, die Speichergröße nach Bedarf zu wählen. Allein für zusätzliche Rechenleistung lohne sich das teuerste Modell aus seiner Sicht nicht.
Die Varianten mit 128 und 256 GB besitzen fünf CPU-Kerne. Das Modell mit 512 GB bietet sechs Kerne und eine doppelte Neural Engine. Alle Varianten haben sieben GPU-Kerne.
Voorhees untersucht vor allem lokale KI-Anwendungen. Sein Modell mit 512 GB verarbeitet in einem eigenen Test zehn Minuten Sprache in ungefähr einer Sekunde. Die Vorbereitung des Modells ist dabei nicht eingerechnet. Das zeigt Potenzial für passende Apps, lässt sich aber nicht auf jede KI-Aufgabe übertragen.
Ton und Schutz: Das Display klingt mit
Apple verzichtet auf klassische Lautsprecheröffnungen. Beim neuen „Acoustic Display“ überträgt auch das Bildschirmglas einen Teil des Tons.
Die Urteile fallen positiv aus. Voorhees hört kräftigere Bässe und klarere Stimmen. Barbera sieht den Klang mindestens auf dem Niveau des Vorgängers, teils darüber. Snell lobt die Stereotrennung, bemerkt bei hoher Lautstärke allerdings spürbare Vibrationen.
Erstmals erhält ein iPad die Schutzklasse IP67 gegen Wasser und Staub. Die Tester sehen darin einen praktischen Gewinn für unterwegs, am Pool oder beim Lesen in der Badewanne.
Kamera und Akku: Praktische Verbesserungen
Die Frontkamera mit zwölf Megapixeln sitzt nun an der langen Seite. Snell hält diese Position für Videotelefonate im Querformat für klar besser. Barbera lobt zudem die verständlicheren Aufnahmen der überarbeiteten Mikrofone.
Hinten bleibt es bei einer Weitwinkelkamera mit zwölf Megapixeln und Videos bis 4K. Eine ausführliche Bewertung der Fotoqualität steht in den vorliegenden Tests weniger im Mittelpunkt.
Bei der Laufzeit zeichnet sich kein großer Sprung ab. Pierce berichtet von rund neun Stunden Bildschirmzeit bei gemischter Nutzung. Neu ist Schnellladen: Mit einem passenden Netzteil sind 50 Prozent in 30 Minuten möglich.
Fazit: Vielseitig und handlich, aber teuer
Hierzulande beginnt das neue iPad mini bei 749 Euro. Pierce hält den Einstiegspreis für zu hoch. Miller kritisiert zudem die weiterhin knappen 128 GB beim Basismodell.
Snell sieht den Gegenwert vor allem in der Vielseitigkeit. Nur zum Lesen sei das mini teuer. Wer zusätzlich surft, arbeitet, spielt oder Videos bearbeitet, könne seine Stärken besser nutzen.
Damit zeichnen die Tests ein klares Bild: Das neue mini gewinnt deutlich an Bildqualität und Handlichkeit. Ob das den Aufpreis rechtfertigt, hängt vom Einsatz ab. Wer ProMotion erwartet, muss weiterhin einen Kompromiss eingehen.